Auswahl des richtigen Düngers für Pflanzen
Die Wahl des passenden Düngemittels ist entscheidend für das gesunde Wachstum und die Entwicklung Ihrer Pflanzen. Ob Sie Zimmerpflanzen, Gemüse oder Zierpflanzen kultivieren – der richtige Dünger versorgt Ihre Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen. Dieser Artikel zeigt Ihnen die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des geeigneten Düngers.
Grundlegende Arten von Düngemitteln
Auf dem Markt finden Sie zwei Hauptkategorien von Düngemitteln – mineralische (anorganische) und organische Dünger. Mineralische Dünger enthalten Nährstoffe in schnell verfügbarer Form und wirken sofort. Organische Dünger hingegen setzen Nährstoffe langsam frei und verbessern gleichzeitig die Bodenstruktur.
NPK – die Grundbausteine der Pflanzenernährung
Jeder Dünger ist durch sein NPK-Verhältnis gekennzeichnet – das sind drei Zahlen, die den Gehalt der Hauptnährstoffe angeben:
- N (Stickstoff) – fördert das Wachstum von Blättern und Stängeln
- P (Phosphor) – unterstützt die Wurzelentwicklung und Blütenbildung
- K (Kalium) – stärkt die Gesamtvitalität und Widerstandsfähigkeit der Pflanze
Wachstumsphase der Pflanze
Verschiedene Wachstumsphasen erfordern unterschiedliche Nährstoffzusammensetzungen. In der vegetativen Phase benötigen Pflanzen mehr Stickstoff für das Wachstum grüner Masse. Während der Blüte- und Fruchtphase ist ein höherer Phosphor- und Kaliumgehalt wichtig.
Form der Düngemittel
Dünger sind in verschiedenen Formen erhältlich:
- Flüssigdünger – schnelle Wirkung, ideal für regelmäßige Düngung
- Granulat und Pellets – Langzeitwirkung, weniger häufige Anwendung
- Pulver – vielseitig einsetzbar, leicht dosierbar
- Stäbchen – praktisch für Topfpflanzen
Bio oder konventionell?
Wenn Sie ökologischen Anbau bevorzugen, wählen Sie zertifizierte Bio-Dünger. Diese enthalten nur natürliche Inhaltsstoffe und sind umweltschonend. Beliebte Marken wie BioBizz oder Plagron bieten komplette Produktlinien für biologisches Gärtnern.
Spezielle Anforderungen der Pflanzenarten
Unterschiedliche Pflanzengruppen haben spezifische Bedürfnisse:
- Grünpflanzen – höherer Stickstoffbedarf
- Blühende Pflanzen – mehr Phosphor und Kalium
- Sukkulenten und Kakteen – weniger Nährstoffe, spezielle Zusammensetzung
- Orchideen – spezialisierte Dünger mit angepasstem pH-Wert
pH-Wert und Wasserhärte
Der pH-Wert des Substrats beeinflusst die Nährstoffaufnahme. Die meisten Pflanzen bevorzugen einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert (6,0-7,0). Einige Dünger enthalten pH-Regulatoren oder Sie können spezielle Produkte zur pH-Anpassung verwenden.
Konzentration und Dosierung
Achten Sie auf die Konzentration der Nährstoffe im Dünger. Hochkonzentrierte Produkte sind wirtschaftlicher, erfordern aber präzise Dosierung. Beginnen Sie immer mit niedrigeren Dosen als empfohlen und steigern Sie diese allmählich.
Zusätzliche Inhaltsstoffe
Moderne Dünger enthalten oft zusätzliche Komponenten:
- Mikroelemente – Eisen, Magnesium, Zink und weitere
- Aminosäuren – unterstützen die Nährstoffaufnahme
- Vitamine und Enzyme – stärken die Pflanzenimmunität
- Mikroorganismen – verbessern das Bodenleben
Bewährte Marken
Auf dem Markt finden Sie zahlreiche bewährte Hersteller von Düngemitteln. Zu den beliebtesten gehören BioBizz, Plagron, Advanced Nutrients, Canna oder General Hydroponics. Jede Marke bietet komplette Düngeserien für verschiedene Anbaumethoden.
Tipps für die richtige Anwendung
- Überdüngen Sie nicht – weniger ist oft mehr
- Beobachten Sie Ihre Pflanzen und passen Sie die Düngung an
- Wechseln Sie Düngung mit reinem Wasser ab
- Lagern Sie Dünger an einem kühlen, dunklen Ort
- Beachten Sie das Verfallsdatum der Produkte
Fazit
Die Auswahl des richtigen Düngers ist keine Wissenschaft, erfordert aber grundlegende Kenntnisse über die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen. Berücksichtigen Sie die Wachstumsphase, die Pflanzenart und Ihre Anbaumethode. Mit dem passenden Dünger belohnen Sie Ihre Pflanzen mit gesundem Wachstum, üppiger Blüte und reicher Ernte.
Warum und was düngen wir eigentlich?
Wir düngen Pflanzen, um die gewünschten Ergebnisse einer qualitativ hochwertigen Produktion von Pflanzenmasse zu erzielen. Die Pflanze nimmt natürlich auf natürliche Weise Nährstoffe aus dem Boden auf, weshalb wir im Grunde den Boden düngen und nicht direkt die Pflanzen. Dies gilt bis auf wenige Ausnahmen, auf die später eingegangen wird. Wenn wir dies berücksichtigen, ist es offensichtlich, dass es in unserem Interesse liegt, den Boden richtig und qualitativ hochwertig mit Nährstoffen zu versorgen, noch bevor wir die vorgesehenen Pflanzen einsetzen. In der Anbaupraxis gibt es zwei gängige Fälle der Organisation der Anbauumgebung. Der erste ist freier Boden im Beet, der zweite ist Boden in einem Behälter. Im Beet nutzen wir den Boden über mehrere Jahre, daher achten wir auf seine Verbesserung und gestalten ihn im Grunde, während wir beim Anbau in Behältern bereits einen Boden in hervorragender Kondition benötigen. Die meisten Züchter sind sich einig, dass das wichtigste Element in der Pflanzenernährung dasjenige ist, das im Mangel vorliegt. Daher kann die Einteilung der Nährstoffe in Haupt- und Makro-/Mikroelemente für die Praxis irreführend sein.
Außenflächen - Mist über Gold
Im Beet züchten wir Pflanzen über mehrere Jahre, daher sollte es unser Ziel sein, die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. Dies geht Hand in Hand mit der Erhöhung des Anteils organischer Stoffe im Boden. Organische Stoffe, die im Boden in Form von Humus enthalten sind, bilden nämlich die Grundlage der Stabilität der Bodenstruktur. Der Boden gleicht sich besser mit Schwankungen der Feuchtigkeitsverhältnisse aus, und auch die zugeführten Düngemittel werden vom Boden besser aufgenommen und allmählicher an die Pflanze abgegeben. Die Düngung mit organischen Düngemitteln sollte daher für Außenbedingungen bevorzugt werden.
Düngung mit organischen Düngemitteln
Den Anteil organischer Stoffe im Boden kann man mit Hilfe von Mist oder Kompost erhöhen. Leider gibt es besonders an Mist einen Mangel, daher kommen die Firmen den Züchtern entgegen und bieten organische Düngemittel in granulierter Form an.
Bei der Verwendung von Mist und seinen kommerziellen Formen ist es notwendig, dem Boden noch Phosphor zuzuführen, da Mist daran arm ist. In Granulaten ist er jedoch meist bereits vorhanden. Falls nicht, ist es gut, ihn mit einem geeigneten phosphorhaltigen Düngemittel (z.B. Superphosphat) zuzuführen.
Organische Düngemittel sind physiologisch sauer, daher ist es sinnvoll, sie auf sauren Böden noch mit Kalkung zu ergänzen. Dies ist sinnvoll, wenn wir Pflanzen züchten möchten, die eine neutrale Bodenreaktion bevorzugen, was die Mehrheit ist. Die Kalkung ist eine Operation, die wir in mehrjährigen Abständen durchführen, falls der pH-Wert des Bodens sich ständig allmählich senkt. Die Senkung des pH-Werts des Bodens ist ein Trend in den meisten unserer Gebiete. Kalken kann man z.B. mit Dolomit, wodurch wir dem Boden zusätzlich Magnesium zuführen.
Düngung mit anorganischen Düngemitteln
Während organische Düngemittel recht gut nur auf Außenflächen verwendet werden können, gelten für die Anwendung anorganischer Düngemittel die gleichen Regeln sowohl im Beet als auch im Blumentopf.
Wahl des Düngemitteltyps
Anorganische Düngemittel werden in einkomponentige, zwei- und mehrkomponentige Düngemittel eingeteilt. Für unsere Zwecke können wir sie in einkomponentige und komplette einteilen.
Einkomponenten-Dünger
Wir wählen ihn, wenn wir einen Mangel an einem Element haben, was fachlich als Defizienz bezeichnet wird. Diese kann entweder durch eine geringe Präsenz des Elements im Boden oder durch seine Blockierung durch ein anderes Element verursacht werden (Kaliumüberschuss blockiert die Magnesiumaufnahme). Daher ist die Anwendung in Form einer Blattspritzung schneller und effektiver. Achtung, die Düngerkonzentration darf beim Spritzen 1% nicht überschreiten! Bei Magnesiummangel verwenden wir eine Bittersalz-Spritzung, bei Bormangel Borax.
Mehrkomponenten- bzw. Volldünger
Enthält in der Regel alle wichtigen Elemente für das Wachstum der gewählten Pflanze. Heute sind Spezialdünger für die meisten kultivierten Arten erhältlich. Ihre Anwendung schätzen wir besonders dort, wo wir von der Pflanze eine ganzjährige Leistung benötigen, Beispiele sind Pelargonien, Petunien und andere blühende Zierpflanzen. Vorteilhaft sind vollständige Langzeitdünger.
Firmen, die Kleinverbraucherpackungen von Düngern produzieren, kommen den Hobbygärtnern entgegen und meist ist bereits auf der Verpackung die Zielgruppe der Pflanzen ersichtlich, für die der Dünger bestimmt ist. Man braucht sich also nicht zu sorgen.
Hobbygärtner werden sicherlich Universaldünger schätzen, die für mehrere Pflanzenarten verwendet werden können. Auch einige Spezialdünger sind in ihrer Zusammensetzung oft ähnlich und können für mehrere Arten verwendet werden, jedoch muss man sich immer an die Anleitung halten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Einige Ratschläge und Gesetzmäßigkeiten zum Schluss
- Halten Sie immer die vorgeschriebenen Konzentrationen, Termine und Anwendungsweisen ein.
- Denken Sie daran, dass junge Pflanzen empfindlicher auf Dünger reagieren, sie werden weniger und mit schwächeren Konzentrationen gedüngt.
- Granulierte Dünger dürfen nicht in direkten Kontakt mit der Pflanze/den Wurzeln kommen, es könnte zu ihrer Schädigung kommen.
- Blattgemüse nicht übermäßig düngen, es akkumuliert Stickstoff, dessen Überschuss für kleine Kinder gefährlich ist.
- Junge Pflanzen düngen wir mit Düngern mit ausreichend Stickstoff und Kalium, erwachsene Pflanzen benötigen auch Phosphor für gleichmäßige Blüte und Fruchtbarkeit.