Kultivierung von Bärlapppflanzen - nährstoffarmes Substrat, Halbschatten bis Schatten, mäßiges Gießen und Feuchtigkeit
Bärlapppflanzen (Lycopodium) gehören zu den ältesten Gefäßpflanzen der Erde und begeistern durch ihr ursprüngliches Aussehen und ihre ungewöhnlichen Ansprüche. Die erfolgreiche Kultivierung von Bärlapp erfordert ein Verständnis für ihre natürlichen Standortbedingungen und eine entsprechende Pflege.
Substrat für Bärlapppflanzen
Der wichtigste Faktor beim Anbau von Bärlapp ist die Wahl des richtigen Substrats. Diese Pflanzen bevorzugen nährstoffarme, saure Böden mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5. Ideal ist eine Mischung aus:
- Torfmoos oder Kokossubstrat als Basis
- Perlite oder Sand für bessere Drainage
- Nadelholzrinde oder verrottetes Laub für saure Reaktion
- Vermeiden Sie mineralische Dünger und reichhaltige Substrate
Das Substrat sollte gut durchlässig und dennoch feuchtigkeitsspeichernd sein. Zu nährstoffreiche Erde führt zu Wurzelfäule und Pflanzensterben.
Lichtbedingungen - Halbschatten bis Schatten
Bärlapppflanzen sind typische Schattenliebhaber, die in der Natur unter Baumkronen oder an schattigen Waldrändern wachsen. Für die Kultivierung gelten folgende Lichtempfehlungen:
- Ideale Standorte: Halbschatten bis vollschattige Bereiche
- Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden - führt zu Verbrennungen
- Nordfenster oder schattiger Balkon sind optimal
- Indirekte Beleuchtung oder gefiltertes Licht bevorzugen
- Im Sommer zusätzlich vor Mittagssonne schützen
Bei künstlicher Beleuchtung genügen 1000-2000 Lux, deutlich weniger als bei den meisten anderen Zimmerpflanzen.
Bewässerung und Luftfeuchtigkeit
Die Wasserversorgung ist bei Bärlapp entscheidend. Diese Pflanzen benötigen konstante Feuchtigkeit, aber keine Staunässe:
- Substrat gleichmäßig feucht halten, nie völlig austrocknen lassen
- Mäßiges Gießen - nur wenn die Oberfläche leicht angetrocknet ist
- Weiches, kalkarmes Wasser verwenden (Regenwasser ideal)
- Keine Staunässe - Drainage am Topfboden gewährleisten
- Im Winter Gießintervalle reduzieren
Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 60-80% liegen. Erreichen Sie dies durch:
- Regelmäßiges Besprühen der Pflanzen mit weichem Wasser
- Aufstellen von Wasserschalen in der Nähe
- Kultivierung in Terrarien oder Gewächshäusern
- Verwendung von Luftbefeuchtern in trockenen Räumen
Temperatur und Standort
Die meisten Bärlapparten bevorzugen kühle bis mäßig warme Temperaturen:
- Optimale Temperatur: 15-20°C
- Winterruhe bei 10-15°C förderlich
- Hitze über 25°C vermeiden
- Zugluft und Heizungsluft meiden
- Konstante Bedingungen ohne starke Schwankungen
Düngung bei Bärlapppflanzen
Bärlapp benötigt sehr wenig Nährstoffe. Überdüngung ist die häufigste Todesursache:
- Maximal alle 2-3 Monate düngen
- Stark verdünnte Düngerlösung (1/4 der empfohlenen Dosis)
- Saure Dünger für Moorbeetpflanzen verwenden
- Im Winter nicht düngen
- Bei Unsicherheit lieber auf Düngung verzichten
Häufige Probleme und Lösungen
Bräunende Triebe: Meist durch zu trockene Luft oder Substrat - Luftfeuchtigkeit erhöhen und gleichmäßiger gießen.
Wurzelfäule: Zu nasse Bedingungen oder zu nährstoffreiches Substrat - Pflanze umtopfen in geeignetes Substrat mit besserer Drainage.
Gelbe Triebe: Zu viel Licht oder Überdüngung - schattigeren Standort wählen und Düngung einstellen.
Langsames Wachstum: Normal für Bärlapp - diese Pflanzen wachsen sehr langsam, Geduld ist erforderlich.
Vermehrung von Bärlapppflanzen
Die Vermehrung von Bärlapp ist anspruchsvoll:
- Teilung etablierter Pflanzen im Frühjahr
- Vorsichtiges Trennen der Rhizome mit scharfem Messer
- Jedes Teilstück sollte eigene Wurzeln haben
- Sporenaussaat ist sehr schwierig und langwierig
- Hohe Luftfeuchtigkeit bei Jungpflanzen essentiell
Besondere Arten für die Kultivierung
Lycopodium clavatum (Keulen-Bärlapp): Robusteste Art für Anfänger, verträgt auch kühlere Standorte.
Lycopodium annotinum (Sprossender Bärlapp): Kompakter Wuchs, gut für Terrarien geeignet.
Selaginella (Moosfarn): Verwandte Gattung, einfacher zu kultivieren, ähnliche Ansprüche.
Fazit zur Bärlapp-Kultivierung
Die Kultivierung von Bärlapppflanzen ist eine lohnende Herausforderung für geduldige Pflanzenliebhaber. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in nährstoffarmem, saurem Substrat, schattigen Standorten, mäßiger aber konstanter Bewässerung und hoher Luftfeuchtigkeit. Vermeiden Sie Überdüngung und zu reichhaltiges Substrat. Mit der richtigen Pflege werden Sie mit einer faszinierenden, urzeitlichen Pflanze belohnt, die in jedem Terrarium oder schattigen Zimmer zum Blickfang wird.
Bärlapp ist eine mehrjährige Sporenpflanze. Der Stängel ist kriechend und bewurzelnd. Die Seitenzweige sind gabelförmig verzweigt, aufsteigend bis aufrecht und 1 m lang. Die Blätter sind 3-4 mm lang, lineal-lanzettlich und enden in einer langen weißen Granne. Die Sporenähren sind 8 cm lang. Die Sporophylle (sporentragende Blätter) sind dicht, dachziegelartig überlappend und an der Spitze zugespitzt.
Bei uns gilt die Pflanze als gefährdete Art.
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.
Vorkommen
Man findet sie in lichten Nadelwäldern, auf Heiden, trockenen Weiden, Kahlschlägen und sauren Böden. Insgesamt wächst sie in der gemäßigten und kalten Zone der nördlichen Hemisphäre, vom Hügelland bis in Bergregionen.
Verwendung
Gesammelt werden die Sporen (im Juli bis August), die 50% Öl, Harz, das Polysaccharid Sporonin, organische Säuren, hochmolekulare Terpene und Spuren von Chinolizidin-Alkaloiden (Lycopodin, Clavatin, Clavatoxin) enthalten. Innerlich werden die Sporen bei Lebererkrankungen oder bei Blasen- oder Nierenentzündungen angewendet. Äußerlich als Streupulver bei Hautentzündungen, nässenden Ekzemen, Ausschlägen, Krätze und Geschwüren.
Manchmal wird auch das Kraut gesammelt, und zwar Ende des Frühlings. Es wird nur äußerlich verwendet (ist toxisch) in Form von Umschlägen bei akuten Nierenerkrankungen, die eine Schädigung der Nierenkörperchen verursachen, oder bei anderen Erkrankungen der Harnorgane. Ein Bad mit Bärlapp hat antirheumatische Wirkung und lindert Krämpfe in den Gliedmaßen.
Die Sporen werden auch in der Pharmazie zum Überziehen von Pillen verwendet, damit sie nicht zusammenkleben. Das Sporenpulver wird zum Ausstreuen von Gussformen für Metalle verwendet, es wird Mischungen beigesetzt, die in der Kriminalistik zur Feststellung von Fingerabdrücken dienen, und zum Färben von Stoffen in Grün oder Blau.
Die Pflanze gehört zur Familie der Bärlappgewächse.