Stammgemüse (Kreuzblütler, Brassicaceae) gehört zu den nährstoffreichsten Kulturen, die sich im Garten anbauen lassen. Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Grünkohl, Rosenkohl und Wirsing – alle gehören zur selben Art Brassica oleracea, unterscheiden sich aber nur darin, welcher Pflanzenteil geerntet ...

Stammgemüse – Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Kohl

Stammgemüse (Kreuzblütler, Brassicaceae) gehört zu den nährstoffreichsten Kulturen, die sich im Garten anbauen lassen. Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Grünkohl, Rosenkohl und Wirsing – alle gehören zur selben Art Brassica oleracea, unterscheiden sich aber nur darin, welcher Pflanzenteil geerntet wird: dichte Röschen (Brokkoli, Blumenkohl), verdickter Stengel (Kohlrabi), Blätter (Kohl, Wirsing) oder winzige Blütenknospen (Rosenkohl). Stammgemüse ist zwar anspruchsvoller in Bezug auf Nährstoffe und Pflege als die meiste Gemüsekultur, belohnt aber mit reichlicher Ernte voller Vitamine, Ballaststoffe und Bioaktivstoffe – Sulforaphan und Indol-3-carbinol mit nachgewiesener krebshemmender Wirkung.


Allgemeiner Überblicks-Tisch

Gemüse Vorzucht Auspflanzen Abstände Ernte (ab Auspflanzung) Nährstoffanspruch
Brokkoli Februar–März / Juni April–Mai / Juli 40–50 cm / 50–60 cm 60–90 Tage Hoch
Blumenkohl Februar–März / Juni April–Mai / Juli 50–60 cm / 60–70 cm 70–100 Tage Sehr hoch
Kohlrabi März–Juli April–August 25–30 cm / 30–40 cm 50–70 Tage Mittel
Grünkohl April–Mai Mai–Juni 40–50 cm / 50–60 cm 60–90 Tage Mittel–hoch
Rosenkohl März–April Mai 50–60 cm / 60–70 cm 120–180 Tage Hoch

1. Brokkoli (Brassica oleracea var. italica)

Brokkoli ist die Nährstoff-Spitze des Gartens – enthält Sulforaphan mit krebshemmender Wirkung, die Vitamine C und K, Folsäure und Ballaststoffe. Obwohl zu den anspruchsvolleren Gemüsesorten gehörend, können auch weniger erfahrene Gärtner ihn bei Einhaltung grundlegender Regeln erfolgreich anbauen.

Sorten

  • Frühe: Marathon F1, Batavia F1, Fiesta F1. Zuverlässige Sorten mit großen kompakten Kopfröschen, ideal für die Frühjahrskultur.
  • Späte: Ironman F1, Belstar F1. Längere Vegetationsdauer, aber nach der Kopfrose werden reich Seitentriebe gebildet.
  • Brokoli-Raab (Cima di Rapa): Italienischer Typ – statt kompakter Rösche werden kleine Triebe mit Knospen geerntet. Schnelles Wachstum und deutlich unterschiedlicher, leicht bitterer Geschmack.
  • Violetter Brokkoli (Purple Sprouting): Wintertyp – im Sommer pflanzen, nächstes Frühjahr ernten. Verträgt Frost ausgezeichnet und versorgt im Frühjahr mit frischem Gemüse eher als die meisten anderen Sorten.

Vorzucht

Brokkoli wird fast immer vorgezogen – Direktaussaat ins Beet ist unzuverlässig, die Pflanzen bleiben zurück und sind anfälliger für Schädlinge.

Frühjahrskultur (häufigster Ablauf):
1. Aussaat ab Mitte Februar in Schalen oder Multipacks. Tiefe: 1 cm. Keimtemperatur: 18–22 °C.
2. Keimung: 5–7 Tage.
3. Pikieren in Töpfen von 8–10 cm Durchmesser unmittelbar nach Ausbildung der Keimblätter.
4. Abhärten: 7–10 Tage vor Auspflanzung die Jungpflanzen schrittweise an Außentemperaturen gewöhnen – erst im Schatten, dann in direkter Sonne.
5. Auspflanzung: April–Mai, nach Abklingen starker Fröste. Abstände: 40–50 cm.

Herbstkultur:
Aussaat im Juni, Auspflanzung im Juli. Ernte in September und Oktober. Herbstbrokkoli ist oft qualitativ besser als der Frühjahrsbrokkoli – kühle Nächte verlangsamen die Röschenbildung, der Schädlingsdruck ist niedriger und der Geschmack intensiver.

Pflege

  • Bewässerung: Regelmäßig und reichlich, besonders während der Röschenbildung. Wassermangel führt dazu, dass sich die Knospen vorzeitig öffnen und die Röschen klein bleiben. Orientierungswert: 25–30 l/m² pro Woche, bei heißem Wetter mehr.
  • Düngung: Brokkoli ist ein starker Nährstoffzehrerer. Basis ist reifer Kompost, der vor Auspflanzung eingearbeitet wird, ergänzt durch 2–3 Kopfdüngungen mit stickstoff- und kaliumreichem Dünger während der Saison.
  • Mulchen: Eine Mulchschicht von 5–8 cm bewahrt die Bodenfeuchtigkeit und verhindert Überhitzung der Wurzelzone – Brokkoli verträgt andauernde Hitze schlecht.

Ernte

  • Kopfrose: Ernten, wenn die Knospen dicht, kompakt und fest sind, sich aber noch nicht zu gelben Blüten öffnen. Mit 10–15 cm Stengel abschneiden – auch dieser ist essbar und schmackhaft.
  • Seitentriebe: Die meisten Sorten bilden nach der Kopfernte kleinere Seitentriebe. Mit fortlaufender Ernte lässt sich die Saison um 4–8 Wochen verlängern.
  • Nicht warten – sobald sich die Knospen öffnen und gelbe Blüten erscheinen, verliert Brokkoli schnell an Geschmack und Nährwert.

2. Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis)

Blumenkohl ist unter den Stammgemüsen berüchtigt für seine Anfälligkeit – jede Störung während der Vegetationsperiode (Trockenheit, Hitze über 25 °C, vorübergehende Abkühlung, Nährstoffmangel) führt zu verformten, kleinen oder vorzeitig blühenden Röschen. Im Gegenzug belohnt er mit feinem Geschmack und kulinarischer Vielseitigkeit.

Sorten

  • Weiß klassisch: Erfurt, Igloo, Boris F1. Feste weiße Röschen, bei denen Blanchieren durch Blattbedeckung notwendig ist.
  • Grüner Romanesco: Romanesco Natalino. Geometrisch perfekte Fraktalen-Spiralen, feinerer und nussiger Geschmack. Verträgt leichte Belastung besser als weiße Sorten.
  • Violett: Graffiti F1, Di Sicilia Violetto. Attraktive violette Farbe – roh ist es auffallend, nach dem Kochen wird die Farbe blässer. Blanchieren nicht erforderlich.
  • Orange: Cheddar F1. Die natürliche orange Farbe kommt vom hohen Betakarotin-Gehalt. Blanchieren entfällt ebenfalls.

Vorzucht und Auspflanzung

Das Verfahren ist identisch mit Brokkoli, aber mit strengeren Anforderungen an Beständigkeit der Bedingungen:

  1. Aussaat: Februar–März für Frühjahrskultur, Juni für Herbst.
  2. Wichtiger Hinweis: Blumenkohl verträgt keine Unterbrechung des kontinuierlichen Wachstums. Austrocknung des Substrats, Abkühlung oder Nährstoffmangel in jeder Phase führen zur Bildung kleiner, unterentwickelter „Knöpfchen" anstatt voller Röschen.
  3. Auspflanzung: April–Mai. Abstände: 50–60 cm – Blumenkohl braucht mehr Platz als Brokkoli, um sich voll zu entwickeln.

Blanchieren der Röschen

Weiße Sorten benötigen Blanchieren – ohne Schutz vor Sonne wird die Rösche gelblich, bitter und verliert die feine Textur.

Ablauf:
1. Sobald die Rösche die Größe eines Tennisballs erreicht, knicken oder binden Sie die äußeren Blätter darüber.
2. Die Blätter bilden ein natürliches Dach, das vor Sonne und Regen schützt. Bei kühlem und bewölktem Wetter reicht eine Kontrolle alle zwei Tage.
3. Violette, grüne und orange Sorten benötigen kein Blanchieren – ihre Farbe ist eine natürliche Eigenschaft und wird von Sonne nicht beeinträchtigt.

Pflege

  • Bewässerung: Absolut entscheidend. Blumenkohl braucht ausgeglichene Bodenfeuchtigkeit ohne starke Schwankungen – schon kurze Trockenheit in kritischen Wachstumsphasen schadet der Röschenqualität. Orientierungswert: 30–40 l/m² pro Woche, bei Trockenheit täglich.
  • Düngung: Höchste Ansprüche aller Stammgemüse. Kompost + 3–4 Kopfdüngungen pro Saison. Spezifisches Problem: Bormangel führt zu hohler, braun gefärbter Rösche – präventiv Borax mit 1 g/m² anwenden oder Blattdünger mit Borgehalt verwenden.
  • Mulchen: Erforderlich zur Aufrechterhaltung ausgeglichener Feuchte und Wurzelzonenkühlung.

Ernte

  • Ernten, wenn die Rösche fest, kompakt und vollständig gefärbt ist. Überreifer Blumenkohl wird locker, zerfällt in einzelne Segmente und blüht.
  • Mit 2–3 schützenden Blättern schneiden, die die Rösche bei der Handhabung und Lagerung schützen.

3. Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes)

Kohlrabi ist das schnellste und nachsichtigste Stammgemüse – von Auspflanzung zur Ernte dauert es nur 50–70 Tage. Der essbare Pflanzenteil ist die verdickte Stengelbasis (nicht die Wurzel), die sowohl roh in Salaten als auch gegart ausgezeichnet schmeckt.

Sorten

  • Weiß (Grün): Luna, Lannro, Konan F1. Feiner Geschmack, schnelles Wachstum, ideal für Frühjahrskultur.
  • Blau (Violett): Blankyt, Violeta, Azur Star. Etwas härtere Schale, aber deutlich bessere Lagerungsfähigkeit.
  • Riesen: Superschmelz – wird außergewöhnlich groß über 5 kg und behält dabei knackig-zarte, nicht verholzte Fleisch. Eine Kuriosität, die funktioniert.

Vorzucht und Auspflanzung

  1. Aussaat in Schalen: ab März für Frühjahrernte, Juni–Juli für Herbstkultur.
  2. Aussaattiefe: 1 cm. Keimung: 5–10 Tage.
  3. Auspflanzung: ab April. Abstände: 25–30 cm.
  4. Kohlrabi ist ausgezeichnet für sukzessives Pflanzen – Aussaat im Abstand von drei Wochen für kontinuierliche Ernte vom Frühling bis zum Herbst.
  5. Jungpflanzen von Kohlrabi sind ab April in Gärtnereien erhältlich.

Pflege

  • Bewässerung: Regelmäßig und ausgeglichen – unregelmäßige Bewässerung führt dazu, dass Knollen verholzen und reißen. Besonders kritisch sind heiße und trockene Perioden.
  • Düngung: Mittlere Ansprüche. Vor Auspflanzung eingearbeiteter Kompost plus leichte Kopfdüngung während des Wachstums reicht meist aus.
  • Mulchen: Hilft, ausgeglichene Feuchte zu bewahren, von der die Erntequalität abhängt.

Ernte

  • Ernten bei Durchmesser von 6–8 cm bei weißen Sorten und 8–10 cm bei blauen. Übergroße Kohlrabi verliert Zartheit und verholzt – Ausnahme ist Superschmelz, das auch bei großer Größe Qualität bewahrt.
  • Knapp über der Erde abschneiden. Blätter unmittelbar nach Ernte entfernen – Knollen ohne Blätter halten sich 2–3 Wochen im Kühlschrank.

4. Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera)

Rosenkohl ist der Marathon unter den Stammgemüsen – die Vegetationsdauer dauert 120–180 Tage, bietet aber nach den ersten Herbstfrösten süßliche, nussig schmeckende Kohlsprossen ohne Konkurrenz. Frost aktiviert den Abbau von Stärke zu Zucker und verbessert den Geschmack merklich.

Sorten

  • Früh: Jade Cross F1, Franklin F1. Ernte ab September, geeignet für Regionen mit kurzem Herbst.
  • Spät: Long Island Improved, Diablo F1. Ernte ab November, ausgezeichnete Frostverträglichkeit – bei günstigen Wintern bis Februar im Beet.
  • Rot: Red Bull F1, Falstaff. Violette Kohlsprossen mit dekorativem Effekt und ausgeprägtem Geschmack.

Vorzucht und Auspflanzung

  1. Aussaat: März–April. Tiefe: 1 cm. Keimtemperatur: 15–20 °C.
  2. Auspflanzung: Mai. Abstände: 50–60 cm – die Pflanzen wachsen 60–100 cm hoch und brauchen Platz für Luftzirkulation.
  3. Tief pflanzen (bis zu den ersten echten Blättern) und Erde zum Stengel aufhäufeln während des Sommers, um Stabilität hoher Pflanzen zu sichern.

Pflege

  • Bewässerung: Regelmäßig während der gesamten Saison von Mai bis November und danach.
  • Düngung: Hohe Ansprüche. Vor Auspflanzung eingearbeiteter Kompost und 2–3 Kopfdüngungen mit Dünger reich an Kalium, der Bildung und Festigkeit der Kohlsprossen unterstützt.
  • Stütze: Hohe Pflanzen neigen zum Umfallen bei starkem Wind – bereits im Sommer mit Stab sichern.
  • Entfernen unterer Blätter: In September und Oktober die vergilbten unteren Blätter schrittweise entfernen. Dies verbessert die Belüftung, verringert Pilzkrankheiten und beschleunigt die Reife der Kohlsprossen.

Ernte

  • Die Kohlsprossen reifen von unten nach oben. Ernten durch Abbrechen, sobald sie 2–3 cm Durchmesser erreichen und auf Druck fest sind.
  • Nach ersten Herbstfrösten sind die Kohlsprossen deutlich süßer – derselbe Effekt wie bei Grünkohl.
  • Erntezeitraum reicht je nach Sorte und Wetterlauf von September/Oktober bis Januar/Februar.

5. Hauptschädlinge und Krankheiten der Stammgemüse

Stammgemüse teilen denselben Schädlings- und Krankheitskreis, daher lassen sich Schutzmaßnahmen für die ganze Gruppe pauschal anwenden.

Kohlweißling und Rapsweißling

Schmetterlinge legen Eier auf die Blattunterseite. Die Raupen fressen dann die Blätter bis zum nackten Skelett ab – an unbehandelten Beeten können sie ganze Kulturen zerstören.

Lösungen:
1. Insektenschutznetz oder Vliesstoffe – zuverlässigste und rein mechanische Schutzmaßnahme. Unmittelbar nach Auspflanzung anlegen. Maschenweite maximal 7 mm.
2. Bacillus thuringiensis (BT) – biologisches Mittel, das nur auf Raupen wirkt, völlig harmlos für Bestäuber und andere Tiere. Alle 7–10 Tage während der Sommersaison spritzen.
3. Handsammlung: Blattunterseiten regelmäßig kontrollieren und gelbe Eier sowie Raupen sammeln.
4. Pflanzenschutz-Mittel – nur als letztes Mittel bei starkem Befall, wenn biologische Methoden nicht ausreichen.

Erdflöhe

Kleine schwarze Käfer (1–3 mm) fressen kleine Löcher in Blätter. Befallen besonders junge Jungpflanzen und Kohlrabi, im Extremfall können sie Pflanzen zum Absterben bringen. Population explodiert bei heißem und trockenem Wetter.

Lösungen: Insektenschutznetze als physikalische Barriere, regelmäßige Bewässerung (Erdflöhe bevorzugen trockene Bedingungen), Bestäubung mit Asche oder Kieselgur als zusätzliche Maßnahme.

Kohlblattlaus

Kleine weiße Fliegen an der Blattunterseite saugen Pflanzensaft und scheiden Honigtau aus, auf dem sich Schwärzepilz ansiedelt. Bei starkem Befall wird die Pflanze deutlich in ihrem Wachstum verlangsamt.

Lösungen: Gelbe Klebetafeln zur Überwachung und Populationsreduktion, Kaliumpotasche-Spray, Unterstützung natürlicher Prädatoren – Marienkäfer und Florfliegen.

Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae)

Die schwerwiegendste Krankheit aller Stammgemüse – Wurzeln schwellen an und verformen sich zu charakteristischen „Geschwülsten", Pflanzen welken und sterben. Der Erreger bleibt 15–20 Jahre im Boden ohne Wirt, Heilung existiert nicht.

Prävention ist die einzige wirksame Strategie:
1. Fruchtfolge: Keine Kreuzblütler auf denselben Beeten vor 5–7 Jahren anbauen.
2. Kalkung: Der Erreger gedeiht am besten auf saurem Boden. Landwirtschaftlichen Kalk anwenden und pH über 7,0 halten – bei höherem pH ist die Ausbreitung deutlich begrenzt.
3. Gesunde Jungpflanzen: Nur von geprüften Lieferanten kaufen, niemals Erde von befallenen Beeten übernehmen.
4. Drainage: Der Erreger wird mit Staunässe ausgebreitet – vernässte Beete sind hochriskant.
5. Resistente Sorten: Moderne F1-Hybride wie Clapton F1 (Blumenkohl) oder Kilaton F1 (Wirsing) haben teilweise genetische Resistenz.

Grauschimmel und bakterielle Fäulen

Treffen besonders Blumenkohl und Brokkoli bei feuchtem und kühlem Wetter. Prävention ist ausreichender Abstand für Luftzirkulation, Bewässerung direkt an den Wurzeln (nicht auf Blätter) und sofortige Entfernung befallener Pflanzenteile.


6. Ernährung der Stammgemüse – ausführlicher Überblick

Stammgemüse gehört zu den nährstoffanspruchsvollsten Gemüsekulturen. Unzureichende Düngung führt zu kleinen, minderwertig geernteten Erträgen, vorzeitigem Blühen und erhöhter Krankheitsanfälligkeit.

Düngeplan

Phase Wann Was anwenden Menge
Basisdüngung Herbst oder zeitiges Frühjahr Reifer Kompost 3–5 l/m²
Auspflanzung Beim Umsetzen der Jungpflanzen Handvoll Kompost pro Loch –
1. Kopfdüngung 3–4 Wochen nach Auspflanzung Stickstoffbetonter Dünger für Blattaufbau Nach Anleitung
2. Kopfdüngung Beginn der Röschen- oder Kopfbildung Kali-Phosphor-Dünger für Erntequalität Nach Anleitung
3. Kopfdüngung Nur bei Blumenkohl und Wirsing Komposttee oder Flüssigdünger 1x alle 2 Wochen

Spurenelemente

  • Bor: Mangel führt bei Blumenkohl zu hohler, braun gefärbter Rösche, bei Brokkoli zu Stengelbräunung. Borax (1 g/m²) oder Blattdünger mit Bor als Prävention anwenden, besonders auf leichten Böden.
  • Molybdän: Mangel zeigt sich als „peitschenähnliche Blätter" – Blätter kräuseln sich und werden schmal. Tritt hauptsächlich auf sauren Böden auf, regelmäßige Kalkung verhindert zuverlässig.

7. Anbaukalender für Stammgemüse in der Tschechischen Republik

Monat Tätigkeit
Februar Vorzucht von Brokkoli und Blumenkohl (Frühjahrskultur) starten. Saatgut von Stammgemüse bestellen
März Vorzucht von Kohlrabi und Rosenkohl. Pikieren von Brokkoli und Blumenkohl in Töpfe
April Auspflanzung abgehärteter Jungpflanzen von Brokkoli, Blumenkohl und Kohlrabi. Beetvorbereitung und Düngung
Mai Auspflanzung von Grünkohl und Rosenkohl. Düngung und Mulchen. Sofortiges Anbringen von Netzen gegen Kohlweißlinge
Juni Vorzucht von Herbstbrokkoli und -Blumenkohl starten. Ernte von frühem Kohlrabi. Erste Kopfdüngung der Stammgemüse
Juli Auspflanzung von Herbstbrokkoli und -Kohlrabi. Ernte von Frühjahrsbrokkoli. Kontrolle von Raupen des Kohlweißlings
August Ernte von Sommerblumenkohl. Rosenkohl mit Kali düngen. Ernte von Sommerkohlrabi
September Ernte von Herbstbrokkoli. Beginn der Ernte früher Rosenkohl-Sorten
Oktober–November Haupternte Rosenkohl (nach ersten Frösten deutlich süßer). Ernte von Grünkohl
Dezember–Februar Fortlaufende Ernte frostharter Grünkohl- und Rosenkohl-Sorten

8. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum blüht mein Brokkoli statt Röschen zu bilden?
Ursache ist Stress – Trockenheit, andauernde Hitze über 26 °C, Nährstoffmangel oder Auspflanzung ungefestigter Jungpflanzen ohne Abhärtung. Brokkoli reagiert auf jeden Stress mit vorzeitigem Blühen als Überlebensmechanismus. Sorgen Sie für konstante Bewässerung, regelmäßige Düngung und beschatten Sie Pflanzen bei tropischer Hitze.

Warum sind meine Blumenkohl-Röschen klein und verformt?
Ursache ist unterbrochenes Wachstum – Substrataustrocknung, Abkühlung junger Jungpflanzen oder Nährstoffausfälle. Blumenkohl ist das empfindlichste Stammgemüse. Halten Sie konstante Feuchte, düngen Sie regelmäßig und pflanzen Sie nicht zu früh im Frühjahr aus, wenn Nachtfröste drohen.

Wie vermeide ich zuverlässig Kohlweißling-Raupen?
Am wirksamsten ist Insektenschutznetz mit Maschen bis 7 mm direkt nach Auspflanzung. Wenn Raupen bereits vorhanden sind, verwenden Sie Bacillus thuringiensis (biologisches Mittel) oder sammeln Sie Raupen und Eier täglich von Hand.

Was ist Kohlhernie und wie werde ich sie los?
Es ist eine Pilzkrankheit Plasmodiophora brassicae, die Wurzeln zu charakteristischen Geschwülsten verformt. Heilung befallener Pflanzen oder des Bodens existiert nicht. Prävention: Fruchtfolge mit mindestens 7 Jahren Pause, Kalkung auf pH 7,0 und höher, Kauf gesunder Jungpflanzen und Beet-Drainage.

Kann ich Kohlrabi im Balkonkasten anbauen?
Ja – Kohlrabi ist eines der wenigen Stammgemüse, das sich für Containerpflanzung regelrecht anbietet. Kasten mindestens 20 cm tief, hochwertiges Gartensubstrat, regelmäßige Bewässerung und Abstände 20–25 cm. Im Container sind kompakte weiße Sorten geeignet.

Warum bildet mein Rosenkohl keine Kohlsprossen?
Häufigste Ursachen: zu späte Auspflanzung (spätestens Mai pflanzen), Kaliummangel in kritischer Phase oder zu dichte Abstände. Rosenkohl braucht 120–180 Vegetationstage und Abstände von mindestens 50–60 cm.

Welche Vorkultur ist beste für Stammgemüse?
Hülsenfrüchtler (Erbse, Bohne) – hinterlassen Stickstoffreserven, die Stammgemüse ausgezeichnet nutzt. Weitere geeignete Vorkulturen sind Gurken, Tomaten oder Zwiebeln. Keinesfalls Stammgemüse nach sich selbst oder nach Raps pflanzen.

Kann ich verschiedene Stammgemüse nebeneinander anbauen?
Technisch ja, aber alle teilen dieselben Schädlinge und Krankheiten. Bei Kohlhernie oder starkem Kohlweißling-Befall breitet sich das Problem schnell auf den ganzen Stammgemüse-Block aus. Besser ist, einzelne Sorten in verschiedenen Gartenteilen verteilen.


9. Tipps für Anfänger

  1. Beginnen Sie mit Kohlrabi – das schnellste und nachsichtigste Stammgemüse. Von Auspflanzung zur Ernte in 50–70 Tagen, verträgt auch kleine Anbaufehler.
  2. Brokkoli ist deutlich einfacher als Blumenkohl – bildet Seitentriebe nach der Kopfernte und verträgt Wetterwechsel und Bewässerungsfehler besser.
  3. Insektenschutznetz ist keine Luxusausstattung, sondern Basis – ohne physischen Schutz vor Kohlweißlingen verlieren Sie den Großteil der Kultur.
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