Egal ob Sie Tomaten in Beeten, Kräuter auf dem Balkon oder Zierpflanzen im Innenraum anbauen – früher oder später stoßen Sie auf unerwünschte Besucher – Pilze, Bakterien, Viren oder Insektenschädlinge. Eine frühzeitige Identifikation ist dabei entscheidend: Je früher Sie das Problem erkennen, des...

Krankheiten und Schädlinge von Pflanzen – visueller Identifikations- und Behandlungsleitfaden

Krankheiten und Schädlinge von Pflanzen – visueller Identifikations- und Behandlungsleitfaden

Egal ob Sie Tomaten in Beeten, Kräuter auf dem Balkon oder Zierpflanzen im Innenraum anbauen – früher oder später stoßen Sie auf unerwünschte Besucher – Pilze, Bakterien, Viren oder Insektenschädlinge. Eine frühzeitige Identifikation ist dabei entscheidend: Je früher Sie das Problem erkennen, desto weniger invasiv und kostspielig wird die Lösung. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die häufigsten Krankheiten und Schädlinge anhand visueller Symptome zu erkennen und bietet bewährte Verfahren für biologische und konventionelle Behandlung – vom Beet bis zum Gewächshaus.

Pilzkrankheiten

Pilze sind die häufigste Ursache für Pflanzenkrankheiten. Sie verbreiten sich durch Sporen in der Luft, durch Wasser und kontaminiertes Substrat, und die überwiegende Mehrheit gedeiht in warmem und feuchtem Umfeld. Deshalb sind Pilzinfektionen besonders häufig in Gewächshäusern, Folientunneln und bei übermäßiger Bewässerung.

Echter Mehltau (Erysiphales)

Symptome: Ein weißer bis grauweißer Puderbelag auf der Oberseite der Blätter, der schrittweise Stiele, Blüten und Früchte bedeckt. Befallene Blätter kräuseln sich, vergilben und fallen vorzeitig ab. Früchte bleiben klein und verformt.

Lebenszyklus: Mehltausporen überwintern auf Pflanzenschrott und verbreiten sich durch die Luft. Optimale Bedingungen für die Entwicklung sind Temperaturen von 18–25 °C bei Wechsel zwischen trockenen und feuchten Perioden. Im Gegensatz zu Falschen Mehltau benötigt Echter Mehltau zum Keimen kein freies Wasser auf den Blättern – Luftfeuchte genügt, weshalb er sich auch bei relativ trockenem Wetter entwickelt.

Häufigste Wirtspflanzen: Gurken, Zucchini, Kürbisse, Rosen, Weinreben, Apfelbäume, Stachelbeeren, Salbei, Phloxe.

Biologische Behandlung und Vorbeugung:
- Spritzung mit Natronlauge-Lösung – 1 Esslöffel Natron + 1 Esslöffel Pflanzenöl + wenige Tropfen flüssige Seife pro 1 Liter Wasser, 1× wöchentlich auftragen; die Seife dient als Benetzungshilfe und verbessert die Haftung der Lösung
- Benetzlicher Schwefel – bewährter und zuverlässiger Fungizid, erhältlich als Granulat oder Pulver; nicht bei Temperaturen über 28 °C anwenden, Phytotoxizität droht
- Ackerschachtelhalm-Extrakt – stärkt die Kieselkomponente der Zellwände und erhöht die mechanische Widerstandsfähigkeit der Blätter
- Sorgen Sie für ausreichende Luftzirkulation – ein dichter Pflanzenstand schafft ein Mikroklima, das die Sporenentwicklung begünstigt
- Befallene Pflanzenteile sofort entfernen und außerhalb des Komposts beseitigen, wo Sporen überleben würden
- In unserem Sortiment Pflanzenschutzmittel finden Sie sowohl biologische als auch konventionelle Fungizide, die gegen Mehltau wirksam sind

Falscher Mehltau (Peronosporales) – Mehltau

Symptome: Auf der Blattoberfläche erscheinen gelbgrüne bis braune unregelmäßige Flecken, die durch die Blattnerven begrenzt sind. Auf der Blattunterseite wächst ein grauweißer bis violett gefärbter Pilzbelag. Die Blätter werden schrittweise braun und sterben ab.

Lebenszyklus: Der Erreger verbreitet sich bei feuchtem und kühlerem Wetter (10–20 °C). Zoosporen benötigen einen Wasserfilm auf den Blättern zum Keimen – daher sind übermäßiges Besprühen von oben und Morgentau einer der Hauptrisikofaktoren für die Ausbreitung der Infektion.

Häufigste Wirtspflanzen: Weinreben, Gurken, Zwiebeln, Kopfsalat, Spinat, Erbsen.

Vorbeugung und Behandlung:
- Bewässern Sie ausschließlich an der Wurzel, niemals über das Blatt – Tropfbewässerung ist die ideale Lösung
- Kupferpräparate (Bordeaux-Brühe) – vorbeugender Spritzbelag vor der Zeit mit erhöhtem Risiko
- Sorgen Sie für einen lockeren Pflanzenstand und ausreichende Abstände zwischen den Pflanzen
- Bevorzugen Sie widerstandsfähige Sorten, besonders bei Weinreben und Gurken
- Biologische Präparate auf Basis von Bacillus subtilis als unterstützende Vorbeugung

Grauschimmel – Botrytis (Botrytis cinerea)

Symptome: Weiche, braun-graue, wässrige Flecken auf Blättern, Stielen, Blüten und Früchten. An befallenen Stellen wächst schnell ein dichter grauer Myzelbelag – der typische „pelzige" Belag, der praktisch unverwechselbar ist. Früchte werden weich, faulen und zerfallen schnell.

Lebenszyklus: Botrytis überlebt als Saprophyt auf abgestorbenem Pflanzenmaterial. Sporen werden bei mechanischer Beschädigung der Gewebe freigesetzt und verbreiten sich durch die Luft. Luftfeuchte über 90 % in Kombination mit Temperaturen von 15–25 °C schaffen ideale Bedingungen für massenhafte Ausbreitung.

Häufigste Wirtspflanzen: Erdbeeren, Himbeeren, Tomaten, Weinreben, Salate und Zierpflanzen (Begonien, Geranien, Alpenveilchen).

Biologische Behandlung und Vorbeugung:
- Präparate auf Basis von Bacillus subtilis – probiotischer biologischer Fungizid, der die Blattoberfläche besiedelt und die Sporenkeimung hemmt
- Kaliumbicarbonatlösung (Bicarbonat) – erhöht den pH-Wert auf der Blattoberfläche und verlangsamt die Myzkelentwicklung
- Befallene Früchte und Blätter sofort entfernen – niemals kompostieren, da Sporen im Kompost leicht überleben
- Sorgen Sie für Luftzirkulation und begrenzen Sie die nächtliche Luftfeuchte in Innenräumen und Gewächshäusern
- Beschädigen Sie die Früchte bei der Ernte nicht – Botrytis dringt bevorzugt durch Verletzungen und Schnittstellen ein
- In der Kategorie Biologischer Schutz finden Sie umweltschonende Fungizide, die für zertifizierten Bio-Anbau geeignet sind

Rost (Pucciniales)

Symptome: Auf der Blattoberseite erscheinen kleine, helle (gelbgrüne) Flecken. Auf der Blattunterseite befinden sich typische rostbraun bis dunkelbraun gefärbte Sporenlagerstätten (Pusteln), die in ringförmigen Clustern angeordnet sind. In fortgeschrittenen Stadien werden Pusteln dunkel – übergehend in braune bis schwarze Wintersporen (Teleutosporen).

Lebenszyklus: Viele Rostarten wechseln ihre Wirtspflanze – beispielsweise Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae) benötigt zwingend einen Wacholder als Zwischenwirt zur Vollendung des Entwicklungszyklus. Sporen verbreiten sich mit dem Wind über Dutzende von Kilometern, weshalb die Entfernung vom Zwischenwirt keinen Schutz garantiert.

Häufigste Wirtspflanzen: Rosen, Geranien, Tränendes Herz, Birnen, Johannisbeeren, Bohnen, Knoblauch, Schnittlauch, Gräser.

Vorbeugung und Behandlung:
- Befallene Blätter entfernen und außerhalb des Gartenkompostes beseitigen
- Fungizidbehandlung gründlich von beiden Blattseiten auftragen – Sporenlagerstätten sind auf der Rückseite
- Blätter bei der Bewässerung nicht benetzen – Feuchtigkeit beschleunigt die Sporenkeimung
- Halten Sie den Pflanzenstand locker und kontrollieren Sie regelmäßig die Blattunterseiten
- Entfernen Sie die Zwischenwirtspflanzen in der Nähe (Wacholder in der Nähe von Birnenbäumen)

Schwarzfleckenkrankheit (Diplocarpon rosae)

Symptome: Dunkelbraun bis schwarze runde Flecken mit charakteristisch ausgefransttem Rand auf Rosenblättern. Um die Flecken herum vergilbt das Blattgewebe. Stark befallene Blätter fallen massiv ab, wiederholter Blattfall schwächt die Pflanze dauerhaft und reduziert ihre Winterhärte.

Lebenszyklus: Sporen überwintern auf gefallenen Blättern im Boden. Im Frühling verbreiten sie sich durch Spritzwasser bei Regen oder Bewässerung. Die Infektion schreitet bei warmem, feuchtem Wetter voran, wobei Sporen zum Keimen mindestens 7 Stunden lang einen Wasserfilm auf dem Blatt benötigen.

Häufigste Wirtspflanzen: Rosen – besonders alte Sorten, Sorten mit dichtem Wuchs und Teehybrid-Kultivare.

Vorbeugung und Behandlung:
- Sammeln und beseitigen Sie gefallenes Laub gründlich – es ist das Hauptreservoir des Infektionsmaterials
- Mulchen Sie unter den Rosen mit organischem Mulch – verhindert das Hochspritzen von Sporen von der Bodenoberfläche beim Regen
- Vorbeugende Spritzungen mit Schwefel oder Kupferpräparaten vom Austreiben an; alle 7–14 Tage anwenden
- Wählen Sie resistente Sorten mit ADR-Zertifizierung (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung)

Fusarium – Welke (Fusarium oxysporum)

Symptome: Vergilbung und Welke der unteren Blätter, auffallend oft asymmetrisch – nur auf einer Seite der Pflanze. Nach einer kühlen Nacht erholt sich die Pflanze teilweise, kann aber tagsüber erneut welken. Eine zuverlässige Diagnose ist ein Querschnitt des Stängels an der Basis – braungefärbtes Gefäßgewebe (Xylem) ist charakteristisch.

Lebenszyklus: Fusarium überlebt als Chlamydospore Jahrzehnte lang im Boden, ohne einen Wirt zu benötigen. Es dringt über Wurzeln und beschädigte Stellen in die Pflanze ein und verstopft schrittweise die Gefäßbündel. Optimale Temperatur für die Entwicklung ist 25–30 °C.

Häufigste Wirtspflanzen: Tomaten, Paprika, Gurken, Bananenpflanzen, Nelken, Astern.

Vorbeugung und Behandlung:
- Strikte Fruchtfolge – bauen Sie dieselbe Frucht oder verwandte Arten mindestens 4 Jahre lang nicht am selben Ort an
- Bodensolarisierung – Abdeckung mit transparenter PE-Folie für 4–6 Wochen im Sommer reduziert die Anzahl lebensfähiger Ausbreitungsstrukturen in der obersten Bodenschicht
- Biologische Präparate auf Basis von Trichoderma harzianum oder Streptomyces griseoviridis (Mycostop) – wirken vorbeugend als Boden-Inokulate
- Bauen Sie resistente Sorten an (gekennzeichnet mit F oder FF im Katalog)
- Halten Sie den Boden-pH im Bereich 6,5–7,0 – saurere Umgebung unterstützt Fusarium

Bakterielle Krankheiten

Bakterielle Infektionen verbreiten sich durch Wasser, saugende Insekten, kontaminierte Werkzeuge und infiziertes Pflanzenmaterial. Ihre Behandlung ist wesentlich schwieriger als bei Pilzkrankheiten, da keine kurativen biologischen Präparate mit vergleichbarer Wirksamkeit existieren – daher sind Vorbeugung und mechanische Bekämpfung die Grundlage.

Feuer- oder Apfelbaumtriebbrand (Erwinia amylovora)

Symptome: Blüten werden braun und sehen aus, als wären sie verbrannt – daher der Name „Feuerbrand". Blätter und Triebe werden schwarz und krümmen sich zu einer Hirtenstabeform (charakteristisches Symptom). Auf der Rinde erscheinen stellenweise klebrige, bernsteinfarbene bakterielle Exsudate.

Häufigste Wirtspflanzen: Apfelbäume, Birnenbäume, Weißdorne, Ebereschen, Quitten – die gesamte Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Vorbeugung und Behandlung:
- Schneiden Sie befallene Triebe mindestens 30 cm unterhalb der sichtbaren Infektionsgrenze ab und behandeln Sie die Wunden mit einem Fungizidanstrich
- Desinfizieren Sie Werkzeuge nach jedem einzelnen Schnitt – 70% Alkohol oder 10% Natriumhypochlorit-Lösung
- Vermeiden Sie übermäßige Stickstoffdüngung – üppiger, weicher Neuaustrieb ist besonders infektionsanfällig
- Vorbeugende Spritzung mit Kupferpräparaten während der Blütezeit schützt offene Narben als Eintrittspforten der Bakterie
- Feuerbrand ist in der Tschechischen Republik ein Quarantäne-Organism – verdächtige Infektionen müssen der zuständigen regionalen Zweigstelle des ÚKZÚZ gemeldet werden

Bakterienkrebs (Pseudomonas syringae)

Symptome: Auf Stämmen und Ästen bilden sich eingefallene nekrotische Läsionen (Krebsgeschwüre), aus denen Harz oder kautschukartiges Exsudat austreten kann. Auf Blättern erscheinen manchmal kleine braune Flecken mit schmalem chlorotischem Rand.

Häufigste Wirtspflanzen: Süßkirschen, Sauerkirschen, Pflaumen, Pfirsiche und andere Steinobstarten.

Vorbeugung und Behandlung:
- Schneiden Sie ausschließlich bei trockenem Sommerwetter – Herbst- und Winterschnitt schafft offene Wunden bei für die Infektion günstigen Bedingungen
- Behandeln Sie Schnittflächen sofort mit Baumwachs oder biologischem Heilungsmittel
- Wenden Sie Kupferpräparate vorbeugend im Herbst an, am besten nach dem Fall von zwei Dritteln der Blätter

Viruskrankheiten

Virusinfektionen sind unheilbar – befallene Pflanzen müssen sofort beseitigt werden, um weitere Ausbreitung zu verhindern. Viren werden hauptsächlich von saugenden Insekten (Blattläuse, Weiße Fliege, Thripse) übertragen, sowie durch mechanisch kontaminierte Werkzeuge und infiziertes Saatgut. Ein ausschließlich präventiver Ansatz ist daher die einzige wirksame Strategie.

Mosaik (verschiedene Viren – TMV, CMV, PVY)

Symptome: Unregelmäßige hellgrüne und dunkelgrüne Flecken auf Blättern bilden ein Mosaikmuster. Blätter können verformt, gewellt oder mosaikartig gefärbt sein. Das Pflanzenwachstum verlangsamt sich, Früchte bleiben klein und verformt. Symptome können je nach spezifischem Virus und Wirt variieren.

Häufigste Wirtspflanzen: Tomaten, Paprika, Gurken, Tabak, Bohnen, viele Zierpflanzen.

Vorbeugung:
- Verwenden Sie ausschließlich zertifiziertes, virusfreies Saatgut und Setzlinge von vertrauenswürdigen Lieferanten
- Bekämpfen Sie Überträgerpopulationen (Blattläuse, Thripse) – Gelbtafeln ermöglichen effektive Überwachung und frühzeitige Detektion
- Desinfizieren Sie Scheren und Messer vor jedem Wechsel zwischen Pflanzen – besonders bei Tomaten und Paprika
- Rauchen Sie nicht in der Nähe von Tomaten oder Paprika – Tabak-Mosaik-Virus (TMV) überlebt in getrocknetem Tabak und wird durch direkten Kontakt übertragen
- Entfernen Sie befallene Pflanzen sofort aus dem Gewächshaus und verbrennen Sie sie

ToBRFV – Virus der Braunfleckigkeit und Runzelung von Tomatenfrüchten

Symptome: Auf Tomatenschalen bilden sich gelbe bis braune Flecken, Früchte sind runzelig und verformt, mit ungleichmäßiger Reifung. Auf Blättern können Mosaikmuster und chlorotische Flecken auftreten.

Warum ist es gefährlich: ToBRFV ist ein extrem stabiles und hochinfektiöses Virus. Im Gegensatz zum klassischen TMV überwindet es das Resistenz-Gen Tm-2², das in den meisten modernen Hybrid-Tomatensorten vorhanden ist – diese Tatsache macht es zu einer besonders schwerwiegenden Bedrohung für kommerzielle Anbauer. Es verbreitet sich mechanisch durch Kontakt, Werkzeuge, Kleidung und durch Hummeln beim Bestäuben.

Situation in der Tschechischen Republik: Das ÚKZÚZ verzeichnet ToBRFV-Ausbrüche auf dem Gebiet der Tschechischen Republik, besonders in großflächigen Gewächshausbetrieben. Das Virus ist ein regulierter Schädling und unterliegt phytosanitären Maßnahmen mit Meldepflicht.

Vorbeugung:
- Kaufen Sie Saatgut und Setzlinge ausschließlich von zertifizierten Lieferanten mit nachgewiesener negativer ToBRFV-Testung
- Implementieren Sie ein Desinfektionsprotokoll für Werkzeuge, Hände und Schuhe bei jedem Betreten des Anbaubereichs
- Kontaktieren Sie bei berechtigtem Verdacht die zuständige regionale Zweigstelle des ÚKZÚZ

Tierische Schädlinge – saugende Insekten

Saugende Insekten gehören zu den häufigsten Schädlingen. Durch das Aussaugen von Zellsaft aus Blättern und Stängeln schwächen sie die Pflanze direkt, verformen ihren Wuchs und reduzieren die Erträge. Viele Vertreter fungieren zudem als Vektoren für Viruskrankheiten und verursachen dadurch indirekt Schäden, die direkte Saugverletzungen bei weitem übersteigen.

Blattläuse (Aphidoidea)

Symptome: Kolonien winziger (1–6 mm), weichkörperiger Schädlinge auf der Blattunterseite, Trieben und Knospen. Die Farbe variiert je nach Art – grün, gelb, braun bis schwarz. Blätter kräuseln sich, die Oberfläche wird klebrig von Honigtau und befallene Bereiche können von Rußtau überzogen werden – einem saprophytischen Pilz, der sich vom ausgeschiedenen Honigtau ernährt.

Lebenszyklus: Blattläuse vermehren sich durch Parthenogenese (ohne Befruchtung), wobei ein Weibchen innerhalb eines Monats Millionen von Nachkommen hervorbringen kann. In temperierter Umgebung und in Gewächshäusern können sie das ganze Jahr über ohne Winterpause brüten.

Biologische Behandlung:
- Siebenpunkt-Marienkäfer und ihre Larven – ein Erwachsener eliminiert bis zu 100 Blattläuse pro Tag; Larven sind noch räuberischer als Erwachsene
- Florfliegen (Chrysoperla carnea) – die räuberischen Larven werden auch „Blattlauskrokodile" genannt
- Parasitäre Wespe Aphidius colemani – legt Eier direkt in den Körper der Blattlaus, befallene Individuen können an ihrer aufgeblähten bronzegrauen Mumie erkannt werden
- Nessel-Auszug – 1 kg frische Nesseln 24 Stunden lang in 10 l Wasser macerieren, dann unverdünnt oder in Verdünnung 1:10 auftragen
- Spritzung mit insektizidischer Kaliseife – Kontaktwirkung, sicher für Säugetiere und Bestäuber
- Gelbtafeln zur Überwachung des Befallsbeginns und Verfolgung des Populationsdrucks

Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae)

Symptome: Mikroskopisch winzige (0,3–0,5 mm) gelbgrüne bis rote Spinnmilben auf der Blattunterseite. Charakteristisch sind feine Seidenfäden, die Blätter und Triebe überziehen. Blätter bekommen silberne bis bronzefarbene Flecken durch geleerte Zellen, vergilben und fallen ab.

Lebenszyklus: Spinnmilben sind Klimagelegenheitsnutzer – bei Temperaturen über 30 °C und niedriger Luftfeuchte kann sich die Population in nur 3–5 Tagen verdoppeln. Im Winter überwintern befruchtete Weibchen in der Erde und in Rissen von Konstruktionen.

Biologische Behandlung:
- Räuberische Spinnmilbe Phytoseiulus persimilis – spezialisierter Spinnmilben-Räuber, ideal für kühlere Gewächshäuser mit Temperaturen von 18–28 °C
- Räuberische Spinnmilbe Amblyseius californicus – toleriert höhere Temperaturen und niedrigere Luftfeuchte, ideal für mediterranes Klima
- Erhöhen Sie die Luftfeuchte über 60 % – Spinnmilben vermehren sich unter feuchten Bedingungen deutlich langsamer
- Regelmäßiges Besprühen der Blattunterseite mit Wasser spült Kolonien und Eier mechanisch ab
- Neemöl – stört die Häutung und Fortpflanzung von Spinnmilben
- Präparate aus der Kategorie Biologischer Schutz auf Basis von Kalisalzen von Fettsäuren

Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum)

Symptome: Winzige (1,5–2 mm), weiße, geflügelte Mücken mit wachsartigem Überzug, die sich beim Blattberührung sofort zerstreuen. Festsitzende Larven ähneln durchsichtigen Schilden auf der Blattunterseite. Durch Saugen verursachen sie Blattvergilbung und scheiden Honigtau aus.

Lebenszyklus: Weibchen legen 200–400 Eier auf der Blattunterseite in charakteristischem Kreismuster ab. Die Entwicklung läuft durch vier Larvenstadien ab – das erste ist mobil, die übrigen sind festsitzend. Der gesamte Zyklus vom Ei zum Erwachsenen dauert bei 20 °C ungefähr 3–4 Wochen.

Biologische Behandlung:
- Parasitäre Wespe Encarsia formosa – legt Eier in das dritte und vierte Larvenstadium der Weißen Fliege; befallene Larven werden schwarz
- Räuberauge Macrolophus pygmaeus – generalistischer Räuber, der Eier, Larven und Erwachsene verzehrt
- Gelbe Gelbtafeln – fungieren sowohl als zuverlässige Überwachung als auch als direkte Reduktion erwachsener Individuen
- Insektizidische Seife oder Neemöl als ergänzende Methode
- Regelmäßiges Lüften des Gewächshauses – Weiße Fliege ist empfindlich gegenüber Luftbewegung

Thripse (Thysanoptera)

Symptome: Länglicher Schädling (1–2 mm) mit gefransten Flügeln, Färbung von hellgelb bis dunkelbraun. Auf Blättern hinterlassen sie charakteristische silberne, verformte Flecken und kleine schwarze Kotverletzungen. Befallene Blüten sind verformt, Früchte können oberflächliche Narben haben.

Lebenszyklus: Weibchen legen Eier direkt in das Blattgewebe. Larven schlüpfen in 3–5 Tagen und durchlaufen zwei aktive (saugende) Stadien, dann verpuppen sich im Boden oder Substrat. Bei 25 °C entstehen 5–8 Generationen pro Jahr. Thripse sind zudem aktive Vektoren des TSWV-Virus (Bronzing der Tomaten).

Biologische Behandlung:
- Räuberische Spinnmilbe Amblyseius cucumeris – spezialisiert auf das erste Larvenstadium von Thripsen
- Raubwanze Orius laevigatus – jagt effektiv alle Entwicklungsstadien
- Blaue Gelbtafeln – Thripse bevorzugen nachweislich blau gegenüber gelb
- Bodenräuberische Milbe Hypoaspis miles – jagt Puparia und überwinterende Formen im Substrat
- Neemöl als Kontaktinsektizid bei höherem Populationsdruck

Tierische Schädlinge – Larven und Mollusken

Raupen (Lepidoptera – Schmetterlinge und Motten)

Symptome: Unregelmäßige Löcher in Blättern, abgeknabberte Blattränder, dunkle Ausscheidungen (Frass) auf Blättern und unter Pflanzen. Viele Arten sind nachtaktiv – Kohleule, Grüne Eule (Mamestra brassicae), Gammaeule (Autographa gamma). Tagsüber verstecken sich Raupen in der Nähe der Pflanzenbasis oder in der Erde.

Häufigste Wirtspflanzen: Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Tomaten, Salat, Obstbäume.

Biologische Behandlung:
- Bacillus thuringiensis (Bt) – selektives biologisches Insektizid, wirksam ausschließlich gegen Raupen; kurz nach Sonnenuntergang auftragen, wenn Larven am aktivsten sind
- Handsammlung abends mit Taschenlampe – besonders wirksam bei großen, fressenden Raupen
- Schutznetze mit Maschenweite 0,8–1,5 mm verhindern Eiablage durch Schmetterlinge
- Unterstützung von Vögeln im Garten – ein Vogelpaarpaar bringt seinen Jungen täglich Hunderte von Raupen
- Trichogramma evanescens – parasitäre Wespe, die Eier in Schmetterlingseier legt

Nacktschnecken und Schnecken (Gastropoda)

Symptome: Große unregelmäßige Löcher in Blättern und Frü

Wir benötigen Ihre Zustimmung zur Verwendung von Cookies, um Ihnen u. a. Informationen zu Ihren Interessen anzeigen zu können.