Wie Sie Quendel aus Samen ziehen, wohin Sie ihn pflanzen, wann Sie das Kraut sammeln und wodurch er sich vom Thymian unterscheidet.

Kurz gesagt: Quendel ist eine niedrige ausdauernde Pflanze, verwandt mit dem Thymian. Aus Samen ziehen Sie ihn leicht: Im März säen Sie auf die Oberfläche des Substrats, in 10–21 Tagen geht er auf, und im Mai pflanzen Sie ihn an einen sonnigen und trockenen Platz. Das Kraut wird zu Beginn der Blüte gesammelt, von Juni bis August.

LateinischThymus pulegioides, Thymus serpyllum (Lippenblütler)
Höhe5–15 cm, kriechende Stängel bilden einen Teppich von 30–50 cm
AussaatMärz–April am Fenster auf die Oberfläche des Substrats, keimt im Licht in 10–21 Tagen bei 18–20 °C
PflanzungMai, 20–25 cm Abstand, 6–9 Pflanzen pro m²
Blüte und ErnteJuni–September, Kraut zu Beginn der Blüte sammeln
Standortvolle Sonne, karger durchlässiger Boden, verträgt Trockenheit und Frost

Den Quendel kennen Sie von Ausflügen: violettrosa Polster auf Rainen, an Hängen und im Rasen trockener Hügel, die beim Daraufstreten duften. Im Garten ist er eines der dankbarsten Kräuter. Er braucht keinen Dünger, kaum Wasser und breitet sich jedes Jahr ein Stück weiter aus.

Aus Samen zieht ihn auch ein Einsteiger, er muss nur eines wissen: Die Samen sind winzig wie Staub und keimen nur im Licht. Wer sie mit Erde bedeckt, wartet vergeblich.

Aussaat von Quendel aus Samen Schritt für Schritt

In einem Gramm Samen sind Tausende Körnchen. Am sichersten ist die Vorkultur am Fenster, eine direkte Aussaat ins Beet geht oft im Unkraut verloren.

  1. Zeitpunkt. Säen Sie von Mitte März bis April. Die Pflanzen können dann bis zum Winter erstarken und schon im ersten Sommer die ersten Blüten haben.
  2. Substrat. Verwenden Sie Anzuchterde, gemischt mit Sand oder Perlit im Verhältnis etwa 3 : 1. Ebnen Sie die Oberfläche und befeuchten Sie sie mit dem Zerstäuber.
  3. Aussaat. Mischen Sie die Samen mit einem Teelöffel trockenem Sand, damit sie sich gleichmäßig verteilen lassen, und streuen Sie sie über die Oberfläche. Drücken Sie sie nur mit einem Brettchen an, bedecken Sie sie nicht.
  4. Keimung. Decken Sie die Schale mit Folie oder dem Deckel des Mini-Gewächshauses ab und stellen Sie sie bei 18–20 °C ins Licht. Gießen Sie nur durch Besprühen. Die ersten Keimlinge erscheinen nach 10–21 Tagen.
  5. Pikieren. Wenn die Sämlinge 2 Paar echte Blätter haben, setzen Sie sie zu je 3–5 in kleine Töpfe oder Anzuchtplatten um. Büschel wachsen besser an als einzelne Pflänzchen.
  6. Abhärten und Pflanzung. In der ersten Maihälfte stellen Sie sie für eine Woche in den Windschatten nach draußen, dann pflanzen Sie sie in einem Abstand von 20–25 cm. Nach der Pflanzung gießen Sie, danach nur noch bei langer Trockenheit.

Allgemeine Ratschläge zur Keimung winziger Samen, die Licht brauchen, finden Sie im Artikel Keimung von Samen – Techniken für jeden Pflanzentyp.

Vermehrung ohne Samen

Wenn Sie Quendel schon haben, vermehren Sie ihn am schnellsten durch Teilung des Horstes im Frühjahr oder durch Abnehmen bewurzelter Stängel. Kriechende Triebe bewurzeln sich von selbst, es genügt, sie im April mit dem Spaten abzutrennen und umzusetzen. Im Frühjahr lassen sie sich auch als Stecklinge nehmen: 5–8 cm lange Triebe bewurzeln sich in feuchtem Sand in 3–4 Wochen.

Wohin Sie Quendel pflanzen

Quendel will das, was andere Pflanzen nicht vertragen: volle Sonne, trockenen, kargen und durchlässigen Boden. In nahrhafter und feuchter Erde wächst er zwar, aber er fällt auseinander, duftet weniger und kann im Winter faulen.

  • Steingarten und Trockenmauer. Ideale Stelle. Quendel füllt die Fugen zwischen den Steinen und reift dort im Herbst gut aus. Wie man einen solchen Platz vorbereitet, beschreibt der Artikel Wir legen einen Steingarten an.
  • Zwischen Platten und Trittsteine. Gelegentliches Betreten verträgt er und duftet dann schön. Auf einem Hauptweg, den man täglich benutzt, ist er aber nicht geeignet.
  • Kräuterspirale und trockenes Beet. Er gehört in den oberen, trockensten Teil zusammen mit Thymian, Rosmarin und Salbei. Einen Vergleich dieser Kräuter finden Sie im Artikel Rosmarin, Thymian, Oregano – mediterrane Kräuter im tschechischen Garten.
  • Balkonkasten und Schale. Es geht, aber das Gefäß muss Löcher und Drainage haben. Mischen Sie ein Drittel Sand oder Perlit in das Substrat.

Der ideale pH-Wert ist neutral bis leicht alkalisch (6,5–8). Sauren Boden nach Nadelbäumen verbessern Sie mit etwas Kalkstein oder Gesteinsmehl.

Was Quendel nicht verträgt

  • Zugedeckte Samen. Unter einer Erdschicht keimt Quendel nicht. Nur andrücken.
  • Übernässung. Hauptursache des Absterbens, vor allem im Winter in schwerem Boden. Immer ein durchlässiger Untergrund.
  • Düngen und Kompost. Die Pflanze wächst, fällt aber auseinander und verliert den Duft.
  • Schatten. Unter Bäumen und im Halbschatten wird er dünn und blüht nicht.
  • Sammeln in freier Natur ohne Überlegung. In Schutzgebieten dürfen Kräuter nicht gesammelt werden, und überall sonst nehmen Sie nur einen Teil des Bestands. Aus dem eigenen Garten ist es einfacher.

Pflege im Jahresverlauf

MonatWas zu tun ist
März–AprilAussaat am Fenster, Teilung alter Horste, Entfernen trockener Stängel
MaiPflanzung vorgezogener Pflanzen ins Beet
Juni–AugustBlüte, Sammeln des Krauts zu Beginn der Blüte, Gießen nur bei langer Trockenheit
August–Septembernach der Blüte um ein Drittel zurückschneiden, damit der Bestand dichter wird
Oktober–Februarnichts, Quendel überwintert im Freien ohne Schutz

Düngen ist nicht nötig. Alle 4–5 Jahre werden alte Bestände in der Mitte dünn und verholzen, dann teilen Sie sie und pflanzen die jungen Ränder des Horstes um.

Ernte und Trocknung

Gesammelt wird das blühende Kraut, also die oberen 5–10 cm der Stängel mit Blättern und Blüten. Am meisten Duftstoffe hat es zu Beginn der Blüte, an einem trockenen und sonnigen Tag gegen Mittag, wenn der Tau schon abgetrocknet ist.

  1. Schneiden Sie das Kraut mit der Schere ab, reißen Sie nicht, sonst ziehen Sie ganze Stängel samt Wurzeln heraus.
  2. Breiten Sie es in dünner Schicht auf Papier oder einem Sieb im Schatten und im Luftzug aus. In direkter Sonne verliert es Duft und Farbe.
  3. Bei 20–25 °C ist es in 5–8 Tagen trocken, im Dörrautomaten genügen höchstens 35 °C.
  4. Rebeln Sie die trockenen Blättchen und Blüten von den Stängeln und bewahren Sie sie in einer dunklen verschlossenen Dose auf. Der Duft hält etwa ein Jahr.

Quendel in der Küche: Kräutersalz und weitere Verwendung

In der Küche wird Quendel ähnlich wie Thymian verwendet, nur ist er milder. Er passt zu gebratenem Fleisch, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Pilzen. Frische Blättchen geben Sie am Ende des Kochens hinzu, getrocknete am Anfang, damit sich der Duft entfalten kann.

Kräutersalz mit Quendel

  1. Wiegen Sie 100 g grobes Meer- oder Steinsalz ab.
  2. Fügen Sie 2 gehäufte Esslöffel (etwa 4 g) getrockneten und abgerebelten Quendel hinzu. Wer möchte, gibt einen Teelöffel getrocknete Zitronenschale dazu.
  3. Mixen Sie kurz in der Gewürzmühle oder zerreiben Sie es im Mörser, damit sich der Duft entfaltet und die Kräuter gleichmäßig verteilt werden.
  4. Füllen Sie es in ein trockenes verschließbares Glas und verbrauchen Sie es innerhalb eines halben Jahres.

Das Verhältnis von etwa 1 : 25 (4 g Kraut auf 100 g Salz) ergibt einen zarten Duft, für einen ausgeprägteren nehmen Sie die doppelte Menge Kräuter. Frische Blättchen geben Sie nicht ins Salz, das Salz würde feucht und könnte schimmeln.

Aus dem Kraut werden auch duftende Säckchen für den Schrank oder Kräuterbäder gemacht.

Quendel in der Kräuterkunde

Quendelkraut (Serpylli herba) ist eine Arzneibuchdroge, die Anforderungen an ihre Qualität beschreibt das Europäische Arzneibuch. Die Europäische Wissenschaftliche Gesellschaft für Phytotherapie ESCOP führt es in einer Monographie aus dem Jahr 2014 bei Katarrhen der oberen Atemwege an, sein ätherisches Öl enthält hauptsächlich Carvacrol. Eine eigene Monographie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Quendel nicht. Die EMA hat aber den verwandten Thymian (Thymus vulgaris und T. zygis) beurteilt und stuft seine Zubereitungen als traditionelle pflanzliche Arzneimittel bei feuchtem Husten im Zusammenhang mit einer Erkältung ein, meist ab 12 Jahren, einige ab 4 Jahren.

Traditionell wird aus Quendel Tee zubereitet: 1–2 Teelöffel getrocknetes Kraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. In der Volkskräuterkunde wurde er vor allem bei Erkältung und Husten getrunken, manche mögen ihn auch nur wegen des Geschmacks. Hausgemachter Tee ist aber kein registriertes Arzneimittel und hat keine festgelegte Dosis oder Anwendungsdauer. Husten, der länger als eine Woche dauert oder sich verschlimmert, gehört zum Arzt. In der Schwangerschaft, in der Stillzeit, bei Kindern und wenn Sie Arzneimittel einnehmen, sprechen Sie über regelmäßiges Trinken mit einem Arzt oder Apotheker. Wer gegen Lippenblütler (Thymian, Oregano, Lavendel) allergisch ist, sollte Quendel meiden.

Ätherisches Öl aus wildem Thymian

Das als „Wilder Thymian“ verkaufte Öl wird aus Quendel oder verwandten wilden Thymianarten hergestellt. Suchen Sie auf dem Etikett den lateinischen Namen und den Chemotyp. Das ätherische Öl des Quendels ist oft reich an den Phenolen Carvacrol und Thymol, die Haut und Schleimhäute stark reizen. Deshalb wird das Öl niemals unverdünnt aufgetragen, auf der Haut höchstens auf 1 % in einem Trägeröl verdünnt, es gehört nicht in die Schwangerschaft und wird niemals innerlich eingenommen.

Kinder: Auf die Haut von Kindern und in die Nähe des Gesichts gehört ein Öl mit Carvacrol und Thymol nicht. Beim Diffundieren im Raum mit einem Kind gelten die Regeln aus dem Handbuch von Tisserand und Young (Essential Oil Safety, 2. Aufl. 2014): nur kurz, 2–3 Tropfen, mit Lüften und nicht am Bett. Halten Sie das Fläschchen außerhalb der Reichweite von Kindern, bei Verschlucken rufen Sie das Toxikologische Informationszentrum an 224 919 293 oder 224 915 402.

Katzen und andere Tiere: Katzen können eine Reihe von Stoffen aus ätherischen Ölen nicht gut abbauen. Tragen Sie ihnen keine Öle auf das Fell oder in die Näpfe auf. Am riskantesten sind Teebaum, Pfefferminze und andere Minzen, Eukalyptus, Nadelbäume (Kiefer, Tanne, Fichte, Wacholder, Zypresse), Zitrusfrüchte (Orange, Zitrone, Grapefruit, Bergamotte), Zimt, Gewürznelke, Thymian und Oregano, Gaultheria (Wintergrün), Ylang-Ylang und Poleiminze. Lassen Sie den Diffusor in einer Wohnung mit Katze nur kurz laufen, in einem gut gelüfteten Raum und immer so, dass die Katze den Raum verlassen kann. In einem Raum mit Vögeln lassen Sie den Diffusor gar nicht laufen.

Einzelheiten fasst der Artikel Sichere Anwendung ätherischer Öle zusammen.

Quendel oder Thymian? Worin sie sich unterscheiden

Beide Pflanzen gehören zur Gattung Thymus und werden in der Küche und in der Kräuterkunde oft verwechselt. Die Verwechslung schadet nicht, es ist nur gut zu wissen, was Sie anbauen. Quendel ist unsere heimische Wildpflanze, der Echte Thymian stammt aus dem Mittelmeerraum. Mehr über ihn finden Sie im Artikel Echter Thymian.

MerkmalQuendelEchter Thymian
Wuchskriechender Teppich 5–15 cmaufrechter Halbstrauch 20–40 cm
Stängelniederliegend, bewurzelnd, unten nur schwach verholzendaufrecht, stark verholzend
Blättereiförmig, am Rand nicht umgerolltschmal, am Rand eingerollt, unterseits gräulich
Duftmilder, süßerscharf, würzig
Frosthärtevöllig widerstandsfähigkann in strengem Winter erfrieren
Wo er passtSteingarten, Fugen, Wegränder, trockener HangKräuterbeet, Blumentopf, Balkonkasten

Bei uns wachsen mehrere Quendelarten. Am häufigsten ist der Gewöhnliche Quendel (Thymus pulegioides) auf Rainen, Weiden und an Hängen. Der Sand-Thymian (Thymus serpyllum) ist in der Natur seltener und wächst hauptsächlich auf Sandflächen. Saatgut in Geschäften wird dennoch am häufigsten unter dem Namen Thymus serpyllum verkauft, der eher als Handelsbezeichnung für „Quendel“ verwendet wird. Für den Anbau im Garten ist der Unterschied zu vernachlässigen, beide Arten haben dieselben Ansprüche.

Häufige Fragen

Ist Quendel eine Staude?

Ja. Er ist eine ausdauernde, völlig winterharte Pflanze, die im Freien ohne Schutz überwintert. An einem Platz hält er 4–5 Jahre, dann ist es gut, den Horst zu teilen und zu verjüngen.

Wann wird Quendel gesammelt?

Zu Beginn der Blüte, üblicherweise von Juni bis August. Gesammelt wird der obere Teil des blühenden Krauts an einem trockenen Tag gegen Mittag, und es wird im Schatten getrocknet.

Wie lange dauert es, bis Quendel aus Samen aufgeht?

Bei 18–20 °C und im Licht keimt er in 10–21 Tagen. Die Samen werden nicht zugedeckt, nur an das feuchte Substrat angedrückt. Die erste Ernte ist oft schon im ersten Sommer, ein voller Teppich erst im zweiten Jahr.

Kann man Quendel im Blumentopf ziehen?

Ja, wenn das Gefäß Abzugslöcher, am Boden Drainage und im Substrat ein Drittel Sand oder Perlit hat. Am besten gedeiht er im Freien auf einem sonnigen Balkon. In der Wohnung ohne direkte Sonne wird er dünn.

Was ist der Unterschied zwischen Quendel und Thymian?

Quendel ist eine niedrige kriechende Pflanze von unseren Hängen mit milderem Duft, Thymian ein aufrechter mediterraner Halbstrauch mit schärferem Geschmack. In der Küche sind sie austauschbar, Quendel ist zudem völlig winterhart.

Ist Quendel ein Arzneimittel?

Quendelkraut ist eine Arzneibuchdroge und wird traditionell bei Husten und Erkältung angewendet. Hausgemachter Tee ist aber kein registriertes Arzneimittel. Anhaltenden Husten klären Sie mit dem Arzt.

Lässt sich Quendel anstelle von Rasen verwenden?

An einem trockenen sonnigen Platz mit geringer Belastung ja, zum Beispiel rund um Trittsteine. Tägliches Gehen oder spielende Kinder hält er aber nicht aus, und im Sommer zur Blütezeit fliegen viele Bienen auf ihn.

Was Sie für die Aussaat brauchen

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Quellen

Aktualisiert: 27. 9. 2026

Autorin: Jana Vránová, Redaktionsname des Teams Pěstík.cz. Sie schreibt über Garten, Kräuter und ätherische Öle. Angaben zu Sicherheit und Dosierung übernehmen wir aus Fachliteratur und offiziellen Quellen, die wir bei jedem Artikel angeben.

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