Mangold ist nicht nur sehr gesund, sondern macht im Garten auch einen sehr dekorativen Eindruck...

Mangold (Beta vulgaris subsp. cicla) ist eine zweijährige fremdbestäubende Pflanze. Im ersten Jahr wächst aus der Erde eine Rosette großer aufrechter Blätter von länglicher Form. Die Blattstiele sind fleischig, brüchig und saftig. Die Farbe der Blattspreite kann je nach Sorte hell- oder dunkelgrün, rot oder violett sein. Im zweiten Jahr wächst aus der Rosette ein mehr als einen Meter hoher Stängel mit einer Blütenrispe und später mit einer großen Menge an Samen. Mangold ist eng verwandt mit der Rübe. Es sind zwei Mangold-Typen bekannt - Blattmangold (Beta vulgaris var. vulgaris) und Stielmangold, auch bekannt als Spargelmangold (Beta vulgaris var. flavescens). Blattmangold bildet viele Blätter mit schmalen langen Stielen und glatten oder gekrausten Blattspreiten. Stielmangold hat kräftige, längs gerillte, breite Stiele mit einer Dicke von 30 mm und mehr. Die Blattspreiten sind stark gerippt. Die Heimat des Mangolds ist das Mittelmeer. Dank der alten Römer verbreitete sich der Anbau dieser Pflanze nach Mittel- und Nordeuropa. Im Mittelalter gelangte Mangold über Kleinasien bis in den Fernen Osten. Seit dem 17. Jahrhundert ist Mangold auch in China bekannt.

Auf dem Markt sind nicht viele Mangoldsorten erhältlich. Am häufigsten wird die Sorte Luccus angebaut. Diese Blattsorte zeichnet sich durch kräftigen Wuchs und krause gelbgrüne Blätter mit weißen Stielen aus. Sie ist geeignet für den Anbau in normalen nährstoffreichen Gartenböden. Weiterhin kann man grünen Stielmangold der Sorte Large ribbed dark green oder die Sorte Rhubarb Chard mit roten Stielen anbauen.

Mangold anbauen

Mangold gedeiht am besten in ausreichend feuchten, tiefen und nährstoffreichen Böden. Er wird in der ersten oder zweiten Anbaufolge gepflanzt. An die Temperatur stellt er keine hohen Ansprüche, am besten gedeiht er bei Temperaturen zwischen 15 - 18 °C. Er verträgt jedoch auch niedrigere Temperaturen und den Anbau in höheren Lagen gut. Mangold wird je nachdem ausgesät, in welchem Zeitraum Sie ihn ernten möchten. Für die Frühjahrsernte werden die Samen direkt ins Beet im April und Mai ausgesät, für die Herbst- und Frühjahrsernte in der zweiten Sommerhälfte. Überwintern können jedoch auch Pflanzen aus der Frühjahrsaussaat. Säen Sie die Samen ca. 5 cm voneinander entfernt in einer Tiefe von etwa 3 cm aus. Nach dem Aufgang vereinzeln Sie die Pflänzchen so, dass beim Blatttyp ein Abstand von 30 x 20 cm und beim Stieltyp ein Abstand von 50 x 30 cm eingehalten wird. Während des Sommers halten Sie das Beet unkrautfrei, lockern Sie es regelmäßig und gießen Sie, ohne zu vernässen. Mangold bildet eine große Menge an Blättern, die Sie verzehren können. Die Blätter zum Verzehr werden je nach Bedarf nach und nach abgezupft oder abgeschnitten. Von einem Quadratmeter können Sie so während der Saison zwei bis drei Kilogramm Grünmasse ernten. An weniger gedüngten Standorten können Sie den Mangold während des Sommers mit stickstoffhaltigen Düngemitteln nachdüngen. Im Herbst befreien Sie ausgewählte Pflanzen von den Blättern, lassen nur den Vegetationspunkt (das Herzchen). Die so vorbereiteten Setzlinge bringen Sie in ein Frühbeet, Gewächshaus oder in einen Folientunnel, wo sie vor Frost geschützt sind. Im April wird Sie die Pflanze dafür mit hervorragenden zarten Blättern belohnen. Mangold kann auch am ursprünglichen Standort überwintern, Sie müssen ihn jedoch mit Laub, Stroh oder Vlies abdecken (geeignetes Vlies). Damit die Blätter nicht zu faulen beginnen, dürfen Sie sie nicht vollständig abdecken. Mangold gedeiht gut in der Nähe von Zwiebeln, Salat oder Buschbohnen. Sie können ihn auch neben Salbei, Thymian, Minze, Dill oder Knoblauch anbauen. Pflanzen Sie ihn nicht an einem Standort nach Rüben und anderem Wurzelgemüse aus.

Krankheiten und Schädlinge bei Mangold

Mangold ist nicht besonders anfällig für Krankheiten und Schädlingsbefall (Spritzungen gegen Insekten). Die am häufigsten auftretenden Schädlinge sind Blattläuse. Befallene Pflanzen erkennen Sie an stark gekräuselten oder deformierten Blättern. Besonders auf der Unterseite der Blätter sind kleine Insekten - Blattläuse - sichtbar. Die erste Hilfe ist eine Spritzung mit Seifenwasser. Wenn diese Spritzung nicht hilft, greifen Sie zu einer chemischen Behandlung z.B. mit einem Mittel gegen saugende und beißende Insekten wie Karate Zeon. Die Pflanze muss vollständig besprüht werden, da Ameisen die Blattläuse weit vom ursprünglichen Befallsort verbreiten. Flecken und unregelmäßige Linien auf den Blättern können ein Zeichen für die Larven der Rübenfliege sein. Zur Vorbeugung können die Pflanzen zu Beginn der Saison mit Vlies (Vliesstoff) abgedeckt werden, um die Eiablage zu verhindern. Entfernen Sie beschädigte Blätter sofort, bei größerem Befall spritzen Sie die Pflanze mit einem Mittel gegen saugende und beißende Insekten. Ein weiterer Schädling sind Schnecken (Spritzung gegen Schnecken), die sich sehr gerne an Mangoldblättern laben. Bekämpfen Sie diese z.B. mit den Präparaten Ferramol, Mesurol oder Granulat Vanish. Weiße Flecken auf den Blättern und vorzeitiges Schießen werden durch Feuchtigkeitsmangel an heißen Tagen verursacht. Ungünstig ist jedoch auch das Gießen mit übermäßigen Wassermengen oder das Einsetzen junger Pflanzen in dauerhaft durchnässten Boden - die Pflanzen verfaulen. Verfaulte Wurzeln können dann nicht mehr gerettet werden.

Heilwirkungen von Mangold

Mangold ist in unseren Gärten keine sehr häufig angebaute Pflanze, was schade ist, denn er hat viele Heilwirkungen. Mangold ist eine reiche Quelle von Vitamin C, dessen Menge jedoch durch unsachgemäße Verarbeitung sinken kann. Weiterhin enthält er Vitamine der B-Gruppe (B1, B2, B9, B12) und Vitamin A. An Mineralstoffen findet man in Mangold Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Das enthaltene Eisen hilft bei der Blutreinigung, der Verzehr wird daher bei Blutarmut empfohlen. Da Mangold mit der Rübe verwandt ist, enthält er auch das Element Betain, das zusammen mit anderen Inhaltsstoffen gegen Gefäßverkalkung wirkt, die Lebertätigkeit aktiviert und deren Verfettung verhindert. Der Verzehr von Mangold fördert die Bildung und Ausscheidung von Verdauungssäften und ist daher sehr wirksam in der Vorbeugung von Tumorerkrankungen. Er hat eine leicht abführende Wirkung. Teilweise stärkt er auch das Nervensystem.

Dank des niedrigen Kaloriengehalts ist es empfehlenswert, ihn in den Speiseplan bei Reduktionsdiäten aufzunehmen. Auch wenn Mangold sehr gesund ist, konsumieren Sie ihn mit Maß.

Verwendung von Mangold in der Küche

Mangoldblätter werden ähnlich wie Spinat zubereitet, die Zubereitung der Stiele erinnert am meisten an die Zubereitung von Spargel. Die Blätter können Sie roh servieren oder dünsten, kochen, überbacken oder braten. Geschmacklich harmonieren sie mit Käse und feiner Sauce. Junge Blätter eignen sich hervorragend für die Zubereitung von Salaten. Am besten sind Blätter mit einer Länge von ca. 25 cm. In diesem Stadium sind die Blätter zart und haben einen milden Geschmack. Ausgewachsene Mangoldblätter sind fest und geschmacklich intensiver (bitter), was sie eher für die thermische Verarbeitung prädestiniert. Mit Mangoldblättern, die wie Spinat zubereitet werden, können Sie Kartoffelknödel oder Palatschinken füllen. Mangold wird oft mit Käse und Kartoffeln überbacken. Gedünsteter Mangold ergänzt hervorragend Grillgerichte einschließlich Fisch. Die Mangoldstiele haben einen leicht nussigen Geschmack. Sie schmecken ausgezeichnet mit Béchamelsauce. Man kann sie in Salzwasser kochen und nach Spargelart mit Käse oder mit überbackenem Schinken servieren. Mangoldblätter welken sehr schnell, daher sollten Sie ihn nicht zu lange lagern. Im Kühlschrank können die Blätter in einem Plastikbeutel bis zu 5 Tage halten, verlieren dabei aber große Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen. Zum Verzehr verwenden Sie keine gelblich verfärbten und von Schädlingen befallenen Blätter.

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