Die Gartensaubohne ist ein traditionelles Gemüse, das langsam in Vergessenheit gerät. Dabei handelt es sich um eine äußerst wertvolle Kulturpflanze mit langer Geschichte, die in europäischen Gärten jahrhundertelang einen festen Platz hatte. Heute erlebt die Saubohne (auch Ackerbohne, Puffbohne oder Dicke Bohne genannt) eine Renaissance bei Hobbygärtnern, die alte Gemüsesorten schätzen und natürliche, nährstoffreiche Lebensmittel bevorzugen.

Was ist die Gartensaubohne?

Die Saubohne (Vicia faba) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und ist eine der ältesten Kulturpflanzen Europas. Im Gegensatz zu grünen Bohnen oder Erbsen bildet sie große, flache Hülsen mit kräftigen, mehligen Samen aus. Die Pflanze selbst wird 60-120 cm hoch, hat fleischige Stängel und charakteristische weiß-violette Blüten mit dunklen Flecken.

Vorteile des Anbaus von Saubohnen

Nährstoffreicher Bodenverbesserer

Saubohnen sind Stickstoffsammler – sie binden mit Hilfe von Knöllchenbakterien atmosphärischen Stickstoff und reichern damit den Boden an. Nach der Ernte hinterlassen sie ein fruchtbares Substrat für nachfolgende Kulturen. Dies macht sie zu idealen Vorfrüchten im biologischen Gartenbau.

Gesundheitlicher Wert

Die Samen enthalten:

  • Hohe Mengen an pflanzlichem Eiweiß (25-30%)
  • Ballaststoffe für gesunde Verdauung
  • B-Vitamine, besonders Folsäure
  • Mineralien wie Eisen, Magnesium und Phosphor
  • Antioxidantien

Frühe Ernte

Saubohnen werden sehr früh ausgesät (März-April) und gehören zu den ersten frischen Gemüsen aus dem Garten. Die Ernte erfolgt bereits im Juni-Juli, wenn andere Kulturen noch wachsen.

Anbau von Saubohnen im Garten

Standort und Boden

Saubohnen bevorzugen:

  • Sonnige bis halbschattige Lage
  • Schwere, lehmige, feuchte Böden
  • pH-Wert 6,5-7,5 (neutral bis leicht alkalisch)
  • Gute Wasserversorgung, aber keine Staunässe

Aussaat

Die Direktsaat ins Freiland erfolgt:

  • Zeitpunkt: Ende März bis Anfang Mai
  • Saattiefe: 5-8 cm
  • Reihenabstand: 40-50 cm
  • Abstand in der Reihe: 10-15 cm
  • Die großen Samen keimen bei 5-10°C in 1-2 Wochen

Pflege während der Wachstumsperiode

  • Gießen: Regelmäßig, besonders während der Blüte und Hülsenbildung
  • Stützen: Hohe Sorten bei Wind abstützen
  • Entspitzen: Nach Bildung der ersten Hülsen die Triebspitzen abknipsen – fördert die Hülsenentwicklung und reduziert Blattlausbefall
  • Mulchen: Hält Feuchtigkeit und unterdrückt Unkraut

Schädlinge und Krankheiten

Hauptprobleme:

  • Schwarze Bohnenlaus: Befällt besonders die Triebspitzen – rechtzeitiges Entspitzen hilft
  • Rost und Mehltau: Bei feuchter Witterung – ausreichende Pflanzabstände einhalten
  • Schokoladenfleckenkrankheit: Fruchtfolge beachten, befallene Pflanzenteile entfernen

Ernte und Verwendung

Erntezeitpunkt

Saubohnen können auf zwei Arten geerntet werden:

  • Junge Bohnen: 8-10 Wochen nach der Aussaat, wenn die Samen noch zart und grün sind
  • Reife Bohnen: Für die Trocknung, wenn die Hülsen braun werden

Kulinarische Verwendung

Junge Saubohnen:

  • Kurz in Salzwasser blanchieren (5-8 Minuten)
  • Die äußere Haut der größeren Samen kann nach dem Kochen entfernt werden
  • Ideal als Beilage mit Butter und Kräutern
  • In Suppen, Eintöpfen und Salaten
  • Als Püree oder Aufstrich

Getrocknete Saubohnen:

  • Über Nacht einweichen
  • 1-2 Stunden kochen
  • Traditionelle Zubereitungen: Bohnensuppe, Bohneneintopf

Beliebte Sorten

  • Witkiem: Frühe Sorte, weiße Samen, sehr ertragreich
  • Hangdown: Lange Hülsen mit 6-8 Samen, ausgezeichneter Geschmack
  • Karmazyn: Rotsamige Sorte, dekorativ und schmackhaft
  • Dreifach Weiße: Traditionelle Sorte mit weißen Blüten und Samen

Ökologischer Nutzen

Saubohnen sind nicht nur für Gärtner wertvoll:

  • Bienenweide: Die duftenden Blüten ziehen Bestäuber an
  • Gründüngung: Die Pflanzenreste können eingearbeitet werden
  • Fruchtfolge: Ideale Vorkultur für Starkzehrer wie Kohl oder Tomaten
  • Nachhaltigkeit: Heimisches Protein, keine weiten Transportwege

Tipps für erfolgreichen Anbau

  • Samen vor der Aussaat 24 Stunden in Wasser einweichen – beschleunigt die Keimung
  • Frühe Aussaat nutzen – Saubohnen vertragen leichte Fröste
  • Mischkultur mit Kartoffeln oder Salat – nutzt den Platz optimal
  • Eigene Samen gewinnen – am einfachsten bei Hülsenfrüchten
  • Nicht zu tief säen – große Samen haben genug Reserven

Fazit

Die Gartensaubohne verdient einen Platz in jedem Gemüsegarten. Sie ist pflegeleicht, bodenverbessernd, früh erntereif und äußerst nährstoffreich. Obwohl sie aus der modernen Küche weitgehend verschwunden ist, bietet sie eine hervorragende Möglichkeit, den Speiseplan mit einem traditionellen, gesunden und lokalen Gemüse zu bereichern. Für Hobbygärtner, die Wert auf Selbstversorgung, biologischen Anbau und alte Kulturpflanzen legen, ist die Saubohne eine echte Bereicherung.

Kurz gesagt: Die Saubohne (Vicia faba) säen Sie ab Ende März direkt ins Freiland, 5-8 cm tief, bei 40-50 cm Reihenabstand. Sie verträgt leichte Fröste, liebt schwere, feuchte Lehmböden mit pH 6,5-7,5 und liefert junge Bohnen 8-10 Wochen nach der Aussaat. Als Stickstoffsammler verbessert sie zugleich den Boden.

AussaatEnde März bis Anfang Mai, direkt ins Freiland
Saattiefe5-8 cm
Abstand40-50 cm zwischen den Reihen, 10-15 cm in der Reihe
Keimungbei 5-10 °C in 1-2 Wochen
Boden-pH6,5-7,5
Ernte junger Bohnen8-10 Wochen nach der Aussaat

Ackerbohne (Faba vulgaris) ist eine Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (lat. Fabaceae). In der neuen Terminologie wird die Ackerbohne auch Wicken-Bohne (lat. Vicia faba) genannt und wurde der Familie der Wickengewächse (lat. Viciaceae) zugeordnet. Eine weitere, besonders früher häufig verwendete Bezeichnung ist Pferdebohne oder Saubohne. Die Ackerbohne ist eine sehr bedeutende landwirtschaftliche Kulturpflanze, die in gemäßigten Klimazonen angebaut wird.

Nach der Größe der Samen (Bohnen) werden drei Grundformen dieser Kulturpflanze unterschieden

  • Gartenbohne, auch Saubohne genannt (lat. Vicia faba var. major). Diese Form der Bohne wird als Gemüse in Gärten sowie in der landwirtschaftlichen Großproduktion für die Lebensmittelverarbeitung angebaut.
  • Pferdebohne, auch Feldbohne genannt (lat. Vicia faba var equina), wird in Futtermischungen für Tiere eingearbeitet. Daraus werden sogenannte "Heißlufttrockner" hergestellt.
  • Kleinsamige Bohne, auch Taubenbohne genannt (lat. Vicia faba var minor), eignet sich eher als Vorfrucht und Gründüngung.

Die Blüten der Ackerbohne sind dreilappig und erinnern an Klee.

Wie sieht die Ackerbohne überhaupt aus?

Eine gut entwickelte Ackerbohnenpflanze kann bis zu 1 Meter hoch werden und einen kräftigen Blütenstand haben. Die Blüten der Ackerbohne sind weiß, selbstbestäubend und können bis zu 4 cm groß sein. Aus den Blüten entwickeln sich längliche, braunschwarze Hülsen. Die Blätter der Ackerbohne erinnern an Klee, sie sind dreiteilig. Das Wurzelsystem ist nicht besonders ausgedehnt, daher wird beim Anbau im Garten empfohlen, Erde an die Stängel anzuhäufeln.

Woher stammt die Ackerbohne?

Die Ackerbohne stammt ursprünglich aus Nordamerika und Südwestasien. Im östlichen Mittelmeerraum wurde sie bereits 6000 v. Chr. regelmäßig konsumiert. Nach Mitteleuropa verbreitete sie sich später, wurde aber nie besonders massiv angebaut.

Bauen Sie Ackerbohnen in Ihrem Garten an!

Ackerbohnen können Sie in Ihrem Garten auch aus Samen aus unserem E-Shop anbauen. Die Ackerbohne ist eine Pflanze, die an Bohnen erinnert, ihre Blüten sind weiß. Aus den Blüten entwickeln sich Hülsen, die weiße Früchte - die Bohnen enthalten. Geschmacklich sind die Bohnen hervorragend, sie haben eine feine, mehlige Konsistenz. Ackerbohnen gedeihen am besten in zuvor gedüngtem, lockerem Boden.

Ackerbohnen sind geschmacklich hervorragend und haben eine feine, mehlige Konsistenz.

Welche Bedingungen bevorzugt die Saubohne?

Die Saubohne hat von allen Hülsenfrüchten die höchsten Ansprüche an Bodenqualität und klimatische Bedingungen, dennoch ist ihr Anbau nicht besonders kompliziert. Die Saubohne gedeiht am besten in schweren, lehmig-tonigen Böden, die reich an Kalzium und anderen Nährstoffen sind. Der geeignete pH-Wert des Bodens sollte neutral im Bereich von 6,8 - 7 liegen. Die Saubohne ist nicht wärmebedürftig, daher gedeiht sie auch in höheren Lagen. Risikofaktoren sind hier lediglich späte Bodenfröste, die die Saubohne beschädigen könnten. In der anfänglichen Wachstumsphase schaden der Saubohne leichte Bodenfröste nicht. Hohe Ansprüche hat die Saubohne an Wasser. Eine erhöhte Wassermenge benötigen Saubohnen in der Phase des beginnenden Wachstums, da sich gerade in diesem Zeitraum die meiste grüne Masse bildet. Ältere Pflanzen wachsen langsamer, daher reduziert sich auch die benötigte Wassermenge.

Aussaat der Saubohne

Die Saubohne wird im zeitigen Frühjahr direkt in den Boden gesät. Die Samen beginnen bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt zu keimen, sodass sie bereits im Februar und März ausgesät werden können. Leichte Bodenfröste (ca. bis - 4 °C) überstehen Saubohnen problemlos. Saubohnen werden in einem Abstand von ca. 50 x 80 cm gepflanzt. An jeder Stelle werden immer 2 - 3 Samen ausgesät. Nach dem Keimen ist es notwendig, den jungen Pflänzchen ausreichend Wasser zu geben, damit sie sich gut entwickeln können. Halten Sie die Beete mit Saubohnen unkrautfrei.

Saubohnen bilden eine große Menge an grüner Masse, die als sogenannte "Gründüngung" genutzt wird

Saubohne als Bodenverbesserer

Die Saubohne wird auf zweierlei Weise zur Bodenverbesserung genutzt. Ausgewachsene Saubohnenpflanzen haben eine große Menge an grüner Masse, die nach dem Einarbeiten zur sogenannten "Gründüngung" wird, welche den Boden mit wichtigen Nährstoffen anreichert. Ein weiterer enormer Vorteil für den Boden ist die Fähigkeit der Saubohne, an Knöllchenbakterien an den Wurzeln Luftstickstoff zu binden. Die Saubohne ist eine gute Vorfrucht und ausgezeichnete Deckfrucht, da die üppig wachsenden jungen Saubohnen kein Unkrautwachstum zulassen. Am selben Standort sollte die Saubohne nicht länger als 4 Jahre angebaut werden.

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