Dieses weniger bekannte Gemüse ist zugleich eine Heilpflanze. Im Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte zu Anbau und Verwertung.

Kurz gesagt: Gartenrettich (Raphanus sativus var. major) säen Sie ab Mitte März 1 cm tief in Reihen mit 25–35 cm Abstand. Frühjahrssorten sind nach 50–60 Tagen erntereif, Wintersorten nach 100–130 Tagen. Rettich verträgt Kälte bis −3 °C, frischen Mist aber nicht. Neben der Knolle können Sie auch die Blätter für Salate verwenden.

VegetationszeitFrühjahr 50–60, Sommer 60–90, Winter 100–130 Tage
Aussaatab Mitte März, Sommerrettich im Mai, Winterrettich Ende Juni bis Juli
AbständeReihen 25–35 cm, in der Reihe 10–20 cm
Saattiefe1 cm
Kältetoleranzbis −3 °C
Lagerung1 °C und 95 % Luftfeuchtigkeit, Wintersorten bis 6 Monate

Herkunft und botanische Charakteristik

Gartenrettich – Raphanus sativus var. major, war bereits im alten Ägypten bekannt, später ist sein Vorkommen auch in China und Japan belegt. Mit der römischen Invasion wurde er bis nach Nordeuropa eingeführt. Bei uns ist er bekannt, wird aber nicht allzu häufig angebaut. Rettich ist eine ein- bis zweijährige Pflanze mit breit leierfömig fiederlappigen Blättern. Er blüht mit weißen oder rosa Blüten und bildet hellbraune Samen, die etwas größer sind als Radieschensamen. Mit dem Radieschen ist er eng verwandt und hat ähnliche Anbauansprüche. Der hauptsächlich verzehrte Teil ist der verdickte untere Teil des Hypokotyls und der Wurzel – die Knolle. Diese ist je nach Sorte kugelig oder länglich. Die Wurzel kann weiß, schwarz, gelb, rot oder braun gefärbt sein.

Inhaltsstoffe

An Mineralstoffen enthält er Eisen, Kalium, Natrium, Magnesium und Calcium, außerdem Vitamin C, ätherische Öle und phytonzide Substanzen. Der Saft aus der Knolle hat antimikrobielle Wirkung, woraus folgt, dass Rettich gleichzeitig auch eine Heilpflanze ist. Den Saft gewinnt man durch Reiben der Knolle. Danach muss man den Saft im Kühlen stehen lassen, damit er seinen scharfen Geschmack verliert. Der Saft hat günstige Wirkungen gegen Husten, Erkältung, bei Gallenblasen- und Magenerkrankungen. Diese Stoffe sind leicht abbaubar durch Hitzebehandlung, weshalb der Verzehr von Rettich und Radieschen im rohen Zustand am gesündesten ist. Vom Rettich können auch die Blätter zur Zubereitung von Salaten verwendet werden, die zusätzlich Folsäure enthalten.

Anbau von Rettich

Rettichsorten unterteilen wir nach der Länge der Vegetationsperiode in Frühjahrs- (50-60 Tage), Sommer- (60-90 Tage) und Winter-sorten (100-130 Tage).

Frühjahrs- und Sommersorten benötigen leichtere Böden, ausreichend mit Humus versorgt und mäßig feucht. Wintersorten gedeihen besser in schwereren Böden.

An klimatische Bedingungen stellt Rettich keine hohen Ansprüche, er verträgt auch Temperaturabfälle bis -3°C. Rettich mag keine direkte Düngung mit Mist, da es dann zu Madenbefall und Rissbildung der Knollen kommt, die anschließend einen unangenehmen Geschmack haben. Wir säen ihn daher auf einem Grundstück aus, wo vor einem Jahr gedüngt wurde, in die sogenannte 2. Tracht. Aufgrund der relativ kurzen Vegetationsperiode bauen wir Rettich als Vorkultur (Frühjahrs- und Sommersorten) oder als Nachkultur (Winterrettich) an.

Rettich können wir ab Mitte März aussäen, sobald es der Bodenzustand erlaubt, genau wie Radieschen. Zu dieser Zeit säen wir Frühjahrssorten aus, die bis Mitte April ausgesät werden können, Sommerrettich säen wir im Mai aus, und Winterrettich Ende Juni und im Juli. Die Reihen legen wir in einem Abstand von 25-35 cm voneinander an und der Abstand der Pflanzen in den Reihen sollte je nach Sorte etwa 10-20 cm betragen. Die Saattiefe beträgt 1 cm.

Rettich lässt sich je nach Sortentyp lagern, bei Frühjahrs- und Sommersorten mehrere Wochen, bei Wintersorten bis zu 6 Monaten. Voraussetzung für eine erfolgreiche Lagerung ist eine Temperatur von 1°C und 95% Luftfeuchtigkeit.

Angebaute Rettichsorten

Am weitesten verbreitet sind weiße Sorten, sowohl runder als auch länglicher Form. Unter diesen finden sich:

Astor - eine Sommerrettichsorte, bestimmt für den direkten Verzehr und mittellange Lagerung - die Knolle ist länglich, 35 - 40 cm lang.

Rampouch - ein länglicher weißer Rettich, Frühjahrssorte.

Sniezka - runder weißer Rettich.

Albena - runder weißer Rettich.

Weitere Sorten:

Karmina – frühe Sorte für Frühjahrs- und Herbsternte, leuchtend rot, mittellange und längliche Knolle, Gewicht 40 – 50g, Vegetationsperiode 40 – 60 Tage.

Runder schwarzer Rettich – Herbstrettich, schnelles Wachstum, größere, kugelförmige Knollen mit einem Durchmesser von 5 – 10 cm.

Krankheiten und Schädlinge des Rettichs

Der Rettich ist mit anderen Kohlgewächsen verwandt (Kohl, Kohlrabi, Brokkoli...), was bedeutet, dass ihn die gleichen Krankheiten und Schädlinge befallen können. Daher ist es ratsam, Rettich nicht unmittelbar nach Kohlgewächsen oder in deren Nachbarschaft anzubauen.

Der Rettich wird von der Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) befallen, die alle mit dem Rettich verwandten Kultur- und Unkrautarten aus der Familie der Kreuzblütler - Brassicaceae - angreift. Diese Krankheit äußert sich durch die Bildung von Wucherungen an den Wurzeln der Kohlgewächse, die im Querschnitt massiv sind. Schutzmaßnahmen sind mindestens vierjährige Anbaupausen zwischen Kohlgewächsen, Beseitigung von Kreuzblütler-Unkräutern und Kalkung.

Von den Schädlingen können Erdflöhe und die Rettichfliege unsere Rettichernte verringern.

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