Thymian ist als Pflanze sehr spezifisch durch seinen Duft und Geschmack, der leicht bitter und stark aromatisch ist. Thymian kann mit dem Quendel (Wilder Thymian) verwechselt werden, der bei uns häufig an Hängen, Rainen und in trockenen Grasbeständen wächst. Vom Thymian unterscheidet er sich dadurch, dass er eine Staude ist und sein Stängel im unteren Teil schwach verholzt.
Thymian
Dieser kräftige kleine, stark verholzte Strauch, fein aromatisch, hat sicherlich schon vor vielen, vielen Jahren seinen Platz in unseren Gärten gefunden. Früher galt Thymian als Zauberkraut, das angeblich vor Hexerei und bösen Kräften schützen sollte. Im Mittelalter gelangte Thymian dank der Benediktinermönche über die Alpen nach Mitteleuropa und wird seitdem in Gärten als Heil- und Gewürzpflanze kultiviert. Heute ist er nicht nur in ganz Europa verbreitet, sondern auch in Afrika oder den USA.
Mit seiner Höhe überragt er andere Heilkräuter in keiner Weise, es ist ein Zwergstrauch von etwa 50 cm Höhe. Er hat einen dichten Stängelaufbau, die Blätter des Thymians sind dunkelgrün, schmal, klein, unterseits drüsig. Die Blüten sind lippenförmig, rosa bis violett und erscheinen von Juni bis September auf der Pflanze. Thymian ist als Pflanze sehr charakteristisch durch seinen Duft und Geschmack, der fein bitter und stark aromatisch ist. Thymian kann mit dem gewöhnlichen Quendel verwechselt werden, der bei uns häufig an Hängen, Rainen und in trockenen Grasbeständen wächst. Er unterscheidet sich vom Thymian dadurch, dass es sich um eine Staude handelt und sein Stängel im unteren Teil schwach verholzt ist. Die Verwechslung dieser beiden Pflanzen hat glücklicherweise keine schädlichen Auswirkungen, denn Quendel wirkt genauso wie Thymian, jedoch schwächer.
Diese mehrjährige Pflanze wird entweder aus Samen gezogen oder man kann sie als Jungpflanze kaufen. Aus Samen wird Thymian klassisch wie andere Kräuter kultiviert, also durch Aussaat in die Erde. Die Sämlinge wachsen jedoch langsam, später breiten sie sich in alle Richtungen aus, und wenn der Stängel noch weich ist, hängt er über den Topfrand. Wenn wir diese Stängel immer wieder zurückbiegen, bilden sie ein Polster. Man kann ihn entweder zu Hause in einen Topf, auf Balkone, Fensterbänke oder ins Freiland pflanzen. Für Balkon oder Terrasse eignet sich der sogenannte französische Thymian, der auch Sommerthymian genannt wird, da diese Sorte schneller wächst, jedoch nicht frostbeständig ist. Für das Freiland eignet sich der sogenannte deutsche oder Winterthymian, der Frost verträgt.
Damit sich das Aroma vollständig entfalten kann, empfiehlt es sich, den Thymian an einem sonnigen und warmen Ort zu platzieren. Er gedeiht in durchlässigem Boden mit ausreichend Humus und Kalk. Er wächst lieber in Trockenheit, daher macht ihm auch ärmerer Boden nichts aus. Wenn wir ihn zu Hause aussäen, sollte das Substrat im Verhältnis ½ Substrat, ¼ Kompost, ¼ Sand mit etwas Kalk sein. Thymian platzieren wir in Töpfen, Blumenkästen, Schalen, auf Balkon und Terrasse, in Blumenkästen vor dem Fenster, draußen im Freiland oder auch im Steingarten. Er sollte aber immer an einem Ort stehen, wo viel Sonne ist. Das Gießen muss nicht so reichlich sein, denn er wächst lieber in Trockenheit. Thymian können wir fortlaufend ernten.
Thymian wird angebaut wegen seiner Pflanzenteile, getrockneten Blüten und Blätter. Da Thymian wirksame ätherische Öle mit den Hauptbestandteilen Thymol und Carvacrol enthält, kann man auch Thymianöl aus frischem Kraut und Blüten herstellen. Thymian wird nach der Ernte entweder sofort verwendet, getrocknet oder eingefroren. Wir sammeln die Triebe, die zu Beginn der Blüte abgeschnitten werden und an einem schattigen Ort getrocknet werden. Nach dem Trocknen werden die Blätter und Blüten abgetrennt, da die Zweige selbst kaum Wirkstoffe enthalten. Die günstigste Zeit für die Ernte ist die sonnige Mittagszeit, da zu dieser Zeit der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Für die Erneuerung der Triebe ist es ratsam, die Stängelreste 7-8 cm hoch zu lassen.
Seine Heilwirkungen sind vielfältig, man behandelt damit Katarrhe der oberen Atemwege und Bronchialerkrankungen. Seine ätherischen Öle lösen Schleim und erleichtern dadurch das Abhusten. Außerdem löst er Krämpfe und lindert den reizenden Keuchhusten. Bereits in vielen Fertigarzneimitteln sind Thymian-Extrakte enthalten. Es wird empfohlen, auch gelegentlich einfach so Thymiantee zu trinken. Diesen bereiten wir zu, indem wir 1-2 Teelöffel fein geschnittenes, getrocknetes Kraut mit einer Tasse Wasser übergießen und den Aufguss zugedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen, danach abseihen. Wir trinken ihn mehrmals täglich. Thymian ist auch frisch hervorragend in der Küche verwendbar, sowohl bei warmer als auch kalter Zubereitung.
-jn-