Tannenzucht - durchlässiges Substrat, sonniger Standort oder Halbschatten, mäßiges Gießen
Tannen (Abies) gehören zu den majestätischen Nadelbäumen, die sowohl in Gärten als auch in größeren Landschaften beeindruckende Akzente setzen. Ihre erfolgreiche Kultivierung hängt von mehreren Schlüsselfaktoren ab, die wir im Folgenden detailliert betrachten.
Standortwahl für Tannen
Tannen bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte. Während junge Pflanzen auch im Halbschatten gut gedeihen, entwickeln sich ausgewachsene Exemplare am besten in voller Sonne. Die meisten Tannenarten sind relativ standorttolerant, wobei einige Arten wie die Nordmanntanne oder Koreatanne auch schattigere Bereiche akzeptieren.
Wichtig ist ein windgeschützter Standort, besonders in den ersten Jahren nach der Pflanzung. Starke Winde können junge Triebe beschädigen und das Wachstum beeinträchtigen.
Das richtige Substrat
Der Boden sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
- Durchlässigkeit - Staunässe ist der größte Feind von Tannen. Das Substrat muss überschüssiges Wasser schnell ableiten können
- Humusreich - Ein hoher Humusanteil fördert die Nährstoffversorgung und verbessert die Bodenstruktur
- Leicht saurer pH-Wert - Ideal ist ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5
- Tiefgründig - Tannen entwickeln ein ausgeprägtes Wurzelsystem und benötigen tiefen Boden
Schwere, lehmige Böden sollten mit Sand, Kies oder Blähton aufgelockert werden. Bei sandigen Böden empfiehlt sich die Einarbeitung von Kompost oder Rindenhumus zur Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit.
Bewässerung - das richtige Maß finden
Mäßiges Gießen ist bei Tannen die goldene Regel. Nach der Pflanzung benötigen junge Tannen regelmäßige Wassergaben, um ein kräftiges Wurzelsystem zu entwickeln. Gießen Sie:
- In den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung regelmäßig, besonders bei Trockenperioden
- Durchdringend, aber nicht zu häufig - besser einmal gründlich als mehrmals oberflächlich
- Bevorzugt in den frühen Morgenstunden oder am Abend
- Niemals bei praller Mittagssonne
Etablierte Tannen sind erstaunlich trockenheitstolerant und kommen in der Regel mit natürlichem Niederschlag aus. Nur bei extremer Trockenheit über mehrere Wochen ist zusätzliches Gießen notwendig.
Pflanzung Schritt für Schritt
Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung ist das Frühjahr (März bis Mai) oder der Herbst (September bis November):
- Pflanzloch mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen ausheben
- Bei schweren Böden eine Drainageschicht aus Kies einbringen
- Aushub mit Kompost und ggf. Tannennadelerde mischen
- Ballen vorsichtig auflockern und Pflanze einsetzen
- Veredelungsstelle sollte über der Erdoberfläche bleiben
- Substrat auffüllen und gut andrücken
- Gründlich einschlämmen
- Mulchschicht aus Rinde oder Nadeln ausbringen
Düngung und Nährstoffversorgung
Tannen sind genügsame Pflanzen mit mäßigem Nährstoffbedarf:
- Im Frühjahr (März/April) eine Portion Koniferendünger oder Kompost ausbringen
- Langzeitdünger bevorzugen, die Nährstoffe kontinuierlich abgeben
- Mineralische Volldünger sparsam dosieren
- Überdüngung vermeiden - führt zu weichem, frostanfälligem Wachstum
Schnitt und Formgebung
Tannen benötigen normalerweise keinen regelmäßigen Schnitt. Bei Bedarf:
- Nur im Spätwinter (Februar/März) schneiden
- Ausschließlich ins benadelte Holz schneiden
- Aus altem, braunem Holz treiben Tannen nicht mehr aus
- Nur störende oder beschädigte Äste entfernen
- Natürliche Wuchsform respektieren
Winterhärte und Frostschutz
Die meisten Tannenarten sind absolut winterhart und benötigen keinen besonderen Schutz. Lediglich:
- Jungpflanzen im ersten Winter mit Vlies schützen
- Kübelpflanzen vor Durchfrieren des Wurzelballens schützen
- Im Winter bei Sonnenschein gelegentlich gießen (Frosttrocknis)
- Schneelast von den Ästen entfernen
Häufige Probleme und Lösungen
Nadelverfärbungen und Nadelfall:
- Ursache oft Staunässe oder Trockenstress
- Drainage verbessern bzw. Bewässerung anpassen
- Natürlicher Nadelverlust älterer Nadeln ist normal
Schädlinge:
- Tannenläuse - bei starkem Befall mit Seifenlauge behandeln
- Borkenkäfer - befallene Äste sofort entfernen
- Rüsselkäfer - Nematoden als biologische Bekämpfung
Pilzkrankheiten:
- Meist durch zu feuchte Bedingungen begünstigt
- Befallene Pflanzenteile entfernen
- Luftzirkulation verbessern
- Vorbeugend: richtige Standortwahl und Bewässerung
Beliebte Tannenarten für den Garten
Koreatanne (Abies koreana) - kompakter Wuchs, ideal für kleinere Gärten, dekorative violette Zapfen
Nordmanntanne (Abies nordmanniana) - beliebtester Weihnachtsbaum, dunkelgrüne Nadeln, weiche Benadelung
Edeltanne (Abies nobilis) - silbrig-blaue Benadelung, imposanter Wuchs, besonders dekorativ
Coloradotanne (Abies concolor) - graublau bereifte Nadeln, sehr trockenheitstolerant, zitrusartiger Duft
Mit der richtigen Pflege werden Tannen zu langlebigen, prächtigen Gartenbewohnern, die über Jahrzehnte Freude bereiten und dabei verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit benötigen.
EDELTANNE
Die Edeltanne (Silbertanne) ist ein höherwachsender Strauch. Sie erreicht eine Höhe von bis zu 4 Metern. Ihre dichten und 25-35 mm langen Nadeln sind in einer ungewöhnlichen blausilbernen Farbe gefärbt. Die Äste wachsen regelmäßig bis fast waagerecht. Die Zapfen haben eine Länge von etwa 14-25 cm und reifen im Oktober.
Vorkommen
Sie gedeiht in feuchtem, gut durchlässigem und leicht saurem, nährstoffreichem Boden. Ideal ist ein sonniger oder leicht schattiger Standort. Sie ist vollständig frosthart.
Verwendung
Meistens wird sie als Ziergehölz in Parks und Gärten verwendet.
Sie gehört zur Familie der Kieferngewächse.